Durch Böhmens Hain und Flur
Smetana, ein «großer Komponist»? Als 21. Name hat der Außenseiter aus Litomyšl seinen Platz gefunden in der vor 39 Jahren begründeten Reihe des Laaber-Verlags. Für den im Dezember 2018 verstorbenen Hans-Klaus Jungheinrich war der Schöpfer der «Moldau» sehr wohl ein «großer Komponist». In zehn Kapiteln deutet er an, wie viel in der tschechischen Musik des 19. Jahrhunderts noch zu entdecken ist – ganz besonders in den Opern des bis heute unterschätzten Komponisten.
«Die verkaufte Braut» dürfte dabei eigentlich nur eine Nebenrolle spielen.
Denn Smetana fand aus guten Gründen andere seiner Opern wichtiger. So widmet sich Jungheinrich zunächst verschiedenen deutschen Übersetzungen der als «Nationaloper» missverstandenen Burleske aus dem Jahre 1866 und betrachtet ausführlich Max Ophüls’ gleichnamigen Opernfilm von 1932. Besonders bedenkenswert dann die knapp 50 Seiten, auf denen Jungheinrich die Bedeutung der anderen sieben Opern umreißt – von «Dalibor» bis zur «Teufelswand».
Auf weiteren 70 Seiten werden die Beiträge Smetanas zu instrumentalen und kleineren vokalen Gattungen verhandelt. Am Ende des Bandes steht der Wiederabdruck von Ivana Rentschs maßgeblichem Aufsatz zur Position ...
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Opernwelt April 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 25
von Anselm Gerhard
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