Bloß keine «German Angst»
Kurz vor dem Ernstfall musste die Trophäenschau helfen. Waltraud Meier und Johan Botha erschienen leibhaftig bei der Pressekonferenz der Bayerischen Staatsoper in Tokio. Als Beweise, als Signal: Ja, die Stars sind tatsächlich da. Ganz so einfach ist es nämlich nicht mehr mit den Japan-Gastspielen westlicher Renommierhäuser. Karten werden zwar gekauft, die Musikfreunde zögern aber, wie die Bayern mit ihren drei Tourneeproduktionen «Lohengrin», «Ariadne auf Naxos» und «Roberto Devereux» erlebten mussten.
Günstige Tickets sind schnell weg, die teuren bis zu umgerechnet 570 Euro aber oft ein Fall für die Abendkasse.
Die japanischen Opernfans sind verunsichert. Zwar hat sich das Leben in Tokio nach den Katastrophen im Frühjahr normalisiert. Doch was bei potenziellen Kartenkäufern ankommt, ist vor allem diese Nachricht: Die Stars haben Angst, viele bleiben weg. Das Met-Gastspiel musste ohne Anna Netrebko, Joseph Calleja und Jonas Kaufmann auskommen; Letzterer hat auch den «Lohengrin» im Rahmen des Münchner Gastspiels abgesagt. Ein Knoten in der Brust, entschuldigt er sich auf Plakaten vor der NHK-Halle. «Health first», schreibt er da über seine Operation. Ausgerechnet jetzt, raunt es im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2011
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Markus Thiel
Er wurde ein echter amerikanischer Held: Rick Rescorla, die Hauptfigur der neuen Oper von Christopher Theofanidis und der Librettistin Donna DiNovelli. Geboren und aufgewachsen im englischen Cornwall kämpfte er zunächst als Söldner in Rhodesien, bevor er sich bei der US-Armee als Freiwilliger meldete und im Vietnamkrieg durch Tapferkeit auszeichnete. Seine größte...
«Glaubensbekenntnisse im 21. Jahrhundert» nennt die Berliner Off-Theatertruppe Nico and the Navigators ihre neue, vom Kunstfest Weimar in Auftrag gegebene Kreation – ein «Oratorium als Bildertheater» nach Gioachino Rossinis «Petite Messe solennelle». Die Mixtur aus Gesang, Schauspiel, Tanz, Slapstick und Tragikomödiantik kann selbst ein lateinisch-katholisches...
52. Jahrgang Nr. 11
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752235
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61 | 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 0
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
www.kultiversum.de/Opernwelt
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 12.08. 2011.
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
