Bloß keine «German Angst»
Kurz vor dem Ernstfall musste die Trophäenschau helfen. Waltraud Meier und Johan Botha erschienen leibhaftig bei der Pressekonferenz der Bayerischen Staatsoper in Tokio. Als Beweise, als Signal: Ja, die Stars sind tatsächlich da. Ganz so einfach ist es nämlich nicht mehr mit den Japan-Gastspielen westlicher Renommierhäuser. Karten werden zwar gekauft, die Musikfreunde zögern aber, wie die Bayern mit ihren drei Tourneeproduktionen «Lohengrin», «Ariadne auf Naxos» und «Roberto Devereux» erlebten mussten.
Günstige Tickets sind schnell weg, die teuren bis zu umgerechnet 570 Euro aber oft ein Fall für die Abendkasse.
Die japanischen Opernfans sind verunsichert. Zwar hat sich das Leben in Tokio nach den Katastrophen im Frühjahr normalisiert. Doch was bei potenziellen Kartenkäufern ankommt, ist vor allem diese Nachricht: Die Stars haben Angst, viele bleiben weg. Das Met-Gastspiel musste ohne Anna Netrebko, Joseph Calleja und Jonas Kaufmann auskommen; Letzterer hat auch den «Lohengrin» im Rahmen des Münchner Gastspiels abgesagt. Ein Knoten in der Brust, entschuldigt er sich auf Plakaten vor der NHK-Halle. «Health first», schreibt er da über seine Operation. Ausgerechnet jetzt, raunt es im ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Markus Thiel
Am 18. Februar 2012 wird es zehn Jahre her sein, dass sich auf der Bühne der Met eine «Audrey Hepburn mit Stimme» vorstellte: die damals 31-jährige Anna Netrebko in der Rolle der Natascha in Sergej Prokofjews «Krieg und Frieden». Zur Vorfeier dieses «Jubiläums» präsentiert sich die schöne Russin, inzwischen unter den Berühmten die Berühmteste, mit einem Album «Live...
«La petite mort» nennt der Franzose den Orgasmus, und die jungfräuliche Gouvernante erfährt ihn in einem wirren erotischen Traum am Ende des ersten Akts. Ihre unterdrückten erotischen Sehnsüchte mögen der Schlüssel sein zum rätselhaften Geschehen, das der amerikanische Romancier Henry James 1898 in einer berühmten Novelle beschrieb und das Benjamin Britten genial...
Frisch getäuscht ist halb gewonnen. Er wolle mit seiner letzten Arbeit an der Komischen Oper, so erklärt Andreas Homoki, keineswegs «demonstrativ an Felsenstein anknüpfen». Wer’s ihm glaubt! Die legendäre «Füchslein»-Inszenierung von Walter Felsenstein (1956 mit Irmgard Arnold) gilt bis heute als bedeutendster Ausdruck einer großen Ära. Eine Inkunabel des...
