Der 11. September
Er wurde ein echter amerikanischer Held: Rick Rescorla, die Hauptfigur der neuen Oper von Christopher Theofanidis und der Librettistin Donna DiNovelli. Geboren und aufgewachsen im englischen Cornwall kämpfte er zunächst als Söldner in Rhodesien, bevor er sich bei der US-Armee als Freiwilliger meldete und im Vietnamkrieg durch Tapferkeit auszeichnete. Seine größte Heldentat leistete er jedoch erst als Sicherheitschef des im World Trade Center ansässigen Finanzunternehmens Morgan Stanley. Dass am 11.
September 2001 nahezu sämtliche 2700 Mitarbeiter der Firma aus dem Gebäude entkommen konnten, war nicht zuletzt das Verdienst dieses Mannes. Um Nachzüglern zu Hilfe zu eilen, kehrte Rescorla nochmals in das brennende Gebäude zurück – und kam nicht mehr heraus.
Man kann sich der Tragik dieser Geschichte schwer entziehen. Dabei will Theofanidis mit seiner zum zehnten Jahrestag der Anschläge von David Gockley, dem Direktor der San Francisco Opera, in Auftrag gegebenen Oper vor allem in Erinnerung rufen, dass große Helden nicht notwendig auch mit großer Dramatik agieren. So kam es, dass die Uraufführung ungeachtet der starken, teils herausragenden Besetzung zu keiner Zeit mit jener ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Joshua Kosman
«Der König tanzt» («Le Roi danse») – Gérard Corbiaus Film über das Musikleben im Versailles Ludwigs XIV. rückt mit größter Selbstverständlichkeit das Ballett ins Zentrum. Ludwigs politischer Kontrahent, der Habsburger Leopold I., war ein schlechterer Tänzer, aber ein besserer Musiker als der Franzose: Er spielte Cembalo und Geige und komponierte selbst, vor allem...
Und es gibt ihn doch: den Berliner Charme. Raffinement ist nicht seine Stärke, er neigt eher zum Rustikalen. Der Ton ist rau, der Witz derber als anderswo, und manchmal strotzt er nur so vor lauter Selbstbewusstsein. An Spree und Havel trägt man das Herz eben nicht auf der Zunge, sondern zeigt es frei nach Schnauze. «Uns kann keener», tönt der Volksmund und...
Seinen Namen konnten die Italiener nicht aussprechen. Deshalb nannten sie Josef Myslivecek «Il divino Boemo» (Der göttliche Böhme). In Italien war der tschechische Müllersohn zwischen 1764, als er mit seinem Opernerstling «Medea» enormen Erfolg hatte, bis zu seinem Tod 1781 einer der wichtigsten Opernkomponisten. Man liebte vor allem seine melodische...
