Blickwechsel

Europa und Lateinamerika: Carl Heinrich Grauns «Montezuma» wurde nahezu zeitgleich bei den Potsdamer Musikfestspielen und beim Festival «Theater der Welt» wiederbelebt

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Multikulti und Barock – geht das zusammen? Ja, sagt der argentinische Musiker und Dirigent Gabriel Garrido in einem Interview für das Festival «Theater der Welt», das in diesem Jahr in Mülheim und Essen Station machte. «Die Welt des Barock öffnet sich anderen Welten, reist um den Planeten, entdeckt das Universum. ... Das Expressive des Barock ist ein Gegengift gegen die uns umgebende Verdrießlichkeit, ist Bewegung, Passion, Reise, métissage, Farbe, Feiern, Teilhabe. Vielfalt und Reichtum. Das magere Mobiliar, das minimalistische Grau in Grau nähert sich dem Ende.

Es kündigt sich die neo-barocke Weltsicht an.» So viel Emphase spürt man selten im kühlen Norden. Schon gar nicht im tristen Revier zwischen Dortmund und Duisburg. In einer Gegend, wo nicht die Zitronen blühen, sondern Pommes mit Mayo. Wo immer mehr Kommunen kurz vor dem Bankrott stehen. Wo einen die Krise aus jeder Brandmauer anspringt und es kaum was zum Feiern gibt. «Für mich ist die Musik nicht nur Klangelement, sondern Teil eines in Raum und Zeit integrierten Ganzen. Barockmusik ist Teil unserer zeitgenössischen Kunst.» Auch das sind frische Töne, die man im Kulturdiskurs an der Ruhr, überhaupt in den ...

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Opernwelt August 2010
Rubrik: Im Fokus, Seite 22
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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