Bariton-Facetten
Für sein erstes Opern-Recital hat Lucio Gallo Rollen gewählt, die er bereits häufig auf der Bühne gesungen hat, die Spannweite von Mozart über die Belcanto-Oper und die französische und russische Literatur bis hin zu Wagner ist folglich kein Studio-Fake, sondern entspricht der tatsächlichen Leistungsfähigkeit dieses Sängers.
Streng genommen besitzt er weder die Wärme und Fülle eines echten Verdi-Baritons noch die vokale Statur eines deutschen Helden-Baritons, man könnte ihn einigermaßen präzise als einen lyrischen Charakterbariton bezeichnen, der als Don Giovanni und Malatesta ebenso treffend eingesetzt ist wie als Eugen Onegin oder Gianni Schicchi. Aber seine perfekte Technik und die starke stimmliche wie gestalterische Projektionskraft geben seinem Macbeth, Jago und Rigoletto ebensolche Autorität wie dem in tadellos markantem Deutsch gesungenen Holländer-Monolog. Die sprachliche Prägnanz ist in allen 14 Titeln des polyglotten Programms mustergültig. Das Münchner Rundfunkorchester unter Ulf Schirmer sorgt für eine Begleitung auf angemessen hohem Niveau.
Der Georgier Lado Ataneli hat sich in den letzten Jahren zu einem der führenden Vertreter des italienischen Baritonfachs ...
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