Bitte nicht jedes Jahr eine neue «Carmen»!

Der Musikfilmproduzent Reiner Moritz über Chancen und Risiken von Klassik-Verfilmungen und die schwindende Bedeutung des Fernsehens

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Die Musikfilmproduktion kann man ungefähr einteilen in Aufnahmen der Performing Arts (also Konzert, Oper und Tanz), in Documentaries und Doku-Dramen. Welche dieser Gattungen gehen heute am besten?

Am interessantesten sind natürlich Doku-Dramen, die Darstellung des Lebens eines Künstlers mit Schauspielern. Aber das ist sehr aufwändig, zumal noch das Sprachproblem dazukommt – für den internationalen Markt muss man entweder synchronisieren oder untertiteln. Das kostet sehr viel Geld. Am besten geht Oper. Ballett leider so gut wie gar nicht.

Bei den Opern werden immer wieder die gleichen produziert: «Carmen», «Traviata» und «Tosca». Und wenn dann noch der Netrebko-Faktor dazukommt, hat das im Fernsehen auch die höchsten Einschaltquoten. Dokumentationen, die sich ernsthaft mit Themen auseinandersetzen, haben es schwer. Die gibt es noch bei arte, 3sat oder dem ZDF-Theaterkanal, aber in den Hauptprogrammen überhaupt nicht mehr.

Welche Rolle spielt das Fernsehen als Produzent von Musikprogrammen?

Es ist nach wie vor ein wichtiger Partner, aber viele Institutionen verfügen längst über eigene Vertriebswege, zum Beispiel die Berliner Philharmoniker mit ihrer «Digital Concert Hall» im Internet ...

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Opernwelt September/Oktober 2010
Rubrik: Magazin, Seite 95
von Max Nyffeler

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