Bis ins Extrem
Händels Zeitgenossen taten sich schwer mit seinem musical drama «Hercules», in dem sich Traditionen der Oper und des Oratoriums vermischen. Heute gilt das Werk als eines der packendsten des Komponisten, das sich, anders als zur Zeit Händels, mit den Mitteln des modernen Theaters auch auf der Bühne realisieren lässt. Für Luc Bondy war «Hercules» die erste und einzige Begegnung mit Händel.
Dafür war seine Inszenierung, 2003 beim Festival von Aix-en-Provence herausgekommen, an mehreren Orten zu erleben, unter anderem 2004 in Paris, wo der erst kürzlich auf DVD veröffentlichte Live-Mitschnitt entstand.
Bondy lässt das Stück vor einer grauen Betonwand spielen. Zertrümmerte Statuen verweisen darauf, dass die Welt, in der das Geschehen stattfindet, eine kriegerische ist. Hercules tritt in moderner Uniform auf: ein Held unserer Zeit, an dessen Händen das Blut der letzten Schlachten klebt. Bondy verzichtet aber auf allzu offenkundige Gegenwartsbezüge und konzentriert sich auf die spannungsvolle Beziehung zwischen den Protagonisten. Im Mittelpunkt steht Dejanira, Hercules’ von Eifersucht zerrissene Frau – eine Paraderrolle für Joyce DiDonato, die die Abgründe dieser Figur ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Thomas Seedorf
Draußen Regen. Novemberwind. Ein kalter Abend nach einem trüben Tag, grau in grau. Drinnen auf der Bühne mediterranes Chiaroscuro, hartes Dunkel durchkreuzt von flirrendem Licht, weiße Wände wie mit schwarzer Tinte bespritzt – Kontraste, scharf wie die Rapiere der Fechter, die sich mit Aggression aufpumpen gegen den nachbarlichen Feind. Aus solcher Enge quasi...
Frau du Randt, gibt es überhaupt noch etwas, das Sie noch nicht gesungen haben?
Aber natürlich habe ich noch Wünsche! Die Marschallin zum Beispiel. Überhaupt würde ich gern mehr Strauss singen. Ich kann schon Dramatischeres riskieren, dann aber eben mit den Möglichkeiten meiner Stimme. Ich will sie nicht zu irgendetwas treiben oder jemanden nachahmen.
Wobei es...
58. Jahrgang, Nr 1
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752296
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de
Redaktion
Jürgen Otten
Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)
Redaktionsbüro
Andrea Kaiser | redakti...
