Bhagwans Arkadien
Haydn auf der Opernbühne – auch im Jubiläumsjahr ist das die Ausnahme. Die Zürcher Oper kann sich rühmen, sein heiteres Pastoraldrama «La fedeltà premiata» aus der Eszterházy-Zeit immerhin schon einmal, 1975, zehn Jahre nach der ersten Edition, auf die Bretter gebracht zu haben: damals in Szene gesetzt vom großen Jean-Pierre Ponnelle, als Schäferspiel im Ambiente des 18. Jahrhunderts. Bald 35 Jahre später ist der Zugriff auf die Handlung nicht leichter geworden, das arkadische Musiktheater nach Giovanni Battista Lorenzi lässt sich im Grunde gar nicht richtig erzählen.
Ein Priester der Göttin Diana, um ihn herum viele amouröse Verwicklungen und ein merkwürdiges Verdikt: Einander treu Liebende müssen einem Ungeheuer geopfert werden, bis, ja bis ein Wunder dem Ganzen ein Ende bereitet. Hmm... Nur zum Vergleich: Mozart schrieb zur gleichen Zeit an seinem «Idomeneo» und wenig später die «Entführung aus dem Serail».
Und doch ist es wie so oft bei Haydn: Das Geniale springt einen nicht gleich an, man muss ihm schon nachspüren. Jens-Daniel Herzog hat eine geradezu verblüffend logische Übersetzung gefunden. Die bukolische Scheinidylle entspricht einer Sektenwelt der 1970er Jahre, der ...
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In der stattlichen Diskografie von Puccinis «Madama Butterfly» nehmen die Produktionen der EMI vordere Plätze ein. Fast unerreicht in ihrem unsentimentalen, fast schroffen Habitus ist Gianandrea Gavazzenis Mono-Einspielung von 1954 mit Victoria de los Angeles und Giuseppe di Stefano. Herbert von Karajans klangsinnlichere Version aus dem folgenden Jahr, mit Maria...
Ein Symbol Berlins? Na klar, das Brandenburger Tor. Die Opernhäuser jedenfalls sind es nicht. Haben sie eine Chance, es jemals zu werden? Wie könnten sie dahin kommen? «Zwischen Aufbruch und Ärgernis» hieß ein Diskussionsabend am 16. Februar, zu dem «Opernwelt» gemeinsam mit der Stiftung Zukunft Berlin und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste eingeladen...
«Was für ein abscheulicher Stoff, nicht ein gutes oder edles Gefühl darin!» So charakterisierte Alexander Puschkin die Geschichte vom ukrainischen Kosaken-Hetman Iwan Mazeppa, die zur Grundlage seines großen Versepos «Poltawa» wurde. In der Tat: Mazeppa, der schon zur Zeit Peters des Großen eine unabhängige Ukraine anstrebte, ist eine zwielichtige Figur. Im Großen...
