Beklemmend

Tschaikowsky: Eugen Onegin KARLSRUHE | BADISCHES STAATSTHEATER

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Wolken ziehen vorüber. Eine düster lastende Atmosphäre herrscht in diesem Schwarz-Weiß-Melodram. Dafür sorgen nicht nur die an Texteinblendungen alter Stummfilme erinnernden Videosequenzen, mit denen jedes Kapitel der lyrischen Szenen auf dem Bühnenprospekt eingeleitet wird. Ein klassisches Chiaroscuro ist auch die Setzung der Kostüme: unschuldiges Weiß für die jungen Geschöpfe Tatjana und Olga, bleiern beschwertes Schwarz für jene in der Provinz Sitzengelassenen, für Mutter Larina und die zur Kinderehe gezwungene Nanja Filipjewna.

«Gewöhnung als Ersatz für Glück», singen sie. Zu ihren Gewohnheiten gehört offensichtlich das Stricken. Dicht verfilzt vom Bühnenhimmel herabhängend, setzen sie einen allzu stickigen Rahmen, gelegentlich mit ausfransenden Blicken ins Freie, wo lediglich ein grauer Himmel dräut. Was am Anfang wie ein düsterer Märchenwald wirkt, entpuppt sich als Bild für den Seelenzustand der um ihr Lebensglück betrogenen Frauen.

Die traumwandlerisch-treffsichere Bühneninstallation von Nicola Turner ist mehr als die halbe Miete der Inszenierung von Olivia Fuchs. In diesem beklemmenden Raum wird jede Möglichkeit zur Flucht genutzt. Und genau darin besteht der Irrtum ...

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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Bernd Künzig

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