Begegnungen mit der jungen Birgit Nilsson

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Es war das Jahr 1944. Ich selbst, mit fünf­undzwanzig Jahren äußerst musik­interessiert und zwar hauptsächlich an Opern, erhielt meine erste Anstellung bei einer großen Zeitung in Stockholm. Der Musikkritiker des Blattes hatte den guten Einfall, sich für «Hausmusik» einzusetzen. Zwei junge Damen sollten auftreten: eine Gesangschülerin, sechsundzwanzig, und ihre Begleiterin, zweiundzwanzig, am Klavier. Die Sängerin hieß Birgit Nilsson und war die Tochter eines Großbauern.

 Die Pianistin war die Tochter eines nach Schweden emigrierten estnischen Diplomaten; sie hieß Käbi Laretai. Natürlich ahnte ich damals noch nicht, dass die junge Sängerin eine der ersten in der Welt werden würde und ihre Begleiterin einmal Konzertpianistin, Professorin und Schriftstellerin (später verheiratet mit dem Regisseur Ingmar Bergman).
Birgit vertraute mir ihren Kummer an, dass sie sich in ihrem Studium falsch beraten fühle. Ihr Gesangslehrer war ein be­rühmter, aber verbrauchter englisch-schwedischer Tenor, der die junge, verunsicherte Schülerin mit den Worten kränkte  «Gesang ist nichts für Bauernmädchen» und ihr eine Technik aufzwang, die ihre Stimme zu ruinieren drohte. Ein anderer Lehrer gab ihr das ...

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Opernwelt März 2006
Rubrik: Retrospektive, Seite 71
von Bertil Hagman

Vergriffen
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