Banalität des Bösen
Es war eine schöne, aufregende Zeit: Ich gehörte nun richtig zu einem andauernd Musik produzierenden Betrieb, konnte Opernproben und -aufführungen besuchen, so viel ich wollte. In der Kantine unterhielt ich mich mit Orchestermusikern und ließ mich über Ventile, Griffe, Bogen- und Atemtechniken belehren, dankbar für jeden Rat, jede neue Lektion.
» 1950 wurde der 24-jährige Hans Werner Henze für die Ballett- und Bühnenmusik ans Staatstheater Wiesbaden engagiert, und als elf Jahre später seine Oper «Elegie für junge Liebende» in Schwetzingen uraufgeführt wurde, konnte jeder hören, welche Kenntnisse er damals im Graben und in der Kantine der Wiesbadener Oper gesammelt hatte. Unerhört die Eleganz und dramatische Passform, mit der Henze in der «Elegie» das kleine Orchester zum Klingen bringt, wie er die alten Formen der Passacaglia oder Arie mit dem neuen Zungenschlag der Seriellen konfrontiert; grandios das Geschick, mit dem er in Fortführung von Strauss und Berg Stimmen führt und zu (vor allem schlechten) Charakteren aufbaut.
Für seine letzten «Internationalen Maifestspiele» hat der scheidende Intendant Manfred Beilharz jetzt Henzes Oper erstmals nach Wiesbaden geholt – sicher ein ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Michael Struck-Schloen
Herr Gerhaher, von Ihrem Debüt als Don Giovanni war nicht unbedingt zu erwarten, dass Sie die Rolle als Erotik-Protz, als aggressiven Verführer anlegen. Sondern?
Ich kann Ihnen ehrlich sagen: Ich hatte sechs Wochen vor der Premiere nicht die geringste Ahnung! Was ich hatte, waren Komplexe. Es ist doch ganz klar, dass man sich für den Don Giovanni vom Typus her eher...
Herr Eiche, erst Mannheim, dann Wien, jetzt München: Sind Sie ein Ensemblemensch?
Die Erfahrungen in Mannheim waren sehr wichtig für mich, weil ich dort von Anfang an auch große Rollen singen durfte. Das hat mich sehr geprägt. Außerdem finde ich die Arbeit im Ensemble irgendwie spannender, ich kann die Aufgaben da mit meinen Kollegen über Jahre hinweg...
Der Weg von Los Alamos nach Hiroshima führt durch ein Labyrinth von Formeln. Physikalisch gesehen – und bildlich in dieser Inszenierung. Weniger als ein Monat lag zwischen dem erfolgreichen Nuklearwaffentest der USA im Juli 1945 und den verheerenden Atombombenabwürfen der Amerikaner auf Hiroshima und Nagasaki. Ein Menetekel der Menschheitsgeschichte.
Beklemmend...
