Banalität des Bösen

Henze: Elegie für junge Liebende Wiesbaden / Staatstheater

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Es war eine schöne, aufregende Zeit: Ich gehörte nun richtig zu einem andauernd Musik produzierenden Betrieb, konnte Opernproben und -aufführungen besuchen, so viel ich wollte. In der Kantine unterhielt ich mich mit Orchestermusikern und ließ mich über Ventile, Griffe, Bogen- und Atemtechniken belehren, dankbar für jeden Rat, jede neue Lektion.

» 1950 wurde der 24-jährige Hans Werner Henze für die Ballett- und Bühnenmusik ans Staatstheater Wiesbaden engagiert, und als elf Jahre später seine Oper «Elegie für junge Lieben­de» in Schwetzingen uraufgeführt wurde, konnte jeder hören, welche Kenntnisse er damals im Graben und in der Kantine der Wiesbadener Oper ­gesammelt hatte. Unerhört die Eleganz und dramatische Passform, mit der Henze in der «Elegie» das kleine Orchester zum Klingen bringt, wie er die alten Formen der Passacaglia oder Arie mit dem neuen Zungenschlag der Seriellen konfrontiert; grandios das Geschick, mit dem er in Fortführung von Strauss und Berg Stimmen führt und zu (vor allem schlechten) Charakteren aufbaut.

Für seine letzten «Internationalen Maifestspiele» hat der scheidende Intendant Manfred Beilharz jetzt Henzes Oper erstmals nach Wiesbaden geholt – sicher ein ...

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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Michael Struck-Schloen

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