Aus vollen Händen
Ein Wurf? Wenn man «Hamlet» mit den Meisterwerken von Hans Werner Henze oder mit Aribert Reimanns «Lear» vergleicht – dann gewiss nicht. Doch mit sonstigen Berliner Uraufführungen kann sich die neue Oper von Christian Jost ohne Mühe messen. Der Publikumserfolg des Premierenabends galt neben dem pragmatisch zupackenden Gestus vor allem der Tatsache, dass hier kantable Musik einer Stimme auf den Leib komponiert war. Und die gehört der in Berlin beliebten Mezzo-Sopranistin Stella Doufexis (zugleich Ehefrau des Komponisten).
Vom robusten Naturell der Vorlage profitiert das Libretto des Komponisten. Mit Hamlets erstem Monolog («Schmölze doch dies allzu feste Fleisch…») heben die «12 musikalischen Tableaux» an, nach Ophelias Beerdigung wird rasch und mit Messergewalt Schluss gemacht. Die Person Hamlets drängt den Rest von Shakespeares Personal stark genug an den Rand, um eine noch konsequentere Konzentrierung und Monologisierung zu ermöglichen (während im Gegenteil etwa der «Sein oder Nichtsein»-Monolog in der Schlegel-Übersetzung auf den Chor verteilt wird). Das Manko eines zu pragmatischen Umgangs mit dem Stück fällt umso mehr auf, als die Inszenierung von Hausherr Andreas Homoki (die ...
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Frau Silja, in unserem letzten «Opernwelt»-Gespräch, das 1994 erschien, sagten Sie, es reize Sie auf der Bühne nur noch das «Unmachbare». Was ist das konkret?
Das «Unmachbare» ist nicht erklärbar, ebenso wenig wie die großen Gefühle. Sie trotzdem ohne falsches Pathos umzusetzen, ist für mich das Faszinierende der Oper.
Sie haben sich vor einigen Jahren taufen...
Maestro Muti, Sie sind ein leidenschaftlicher Anwalt der Musik Ihrer Heimatstadt Neapel. Umso mehr erstaunt es, dass Sie sich bei Rossinis «Moses» nicht für die neapolitanische Urfassung, sondern für die spätere französische Version entschieden haben...
... weil die zweite Version einfach die bessere ist. Rossini hat hier die Möglichkeit einer Überarbeitung genutzt,...
Wenn die Nachricht stimmt, ist es eine gute: Kirill Petrenko soll den Bayreuther «Ring» zum Jubiläumsjahr 2013 dirigieren. Das sagt mehr, als die beiden Halbschwestern, die die Festspiele in diesem Sommer erstmals leiten, sonst im Moment sagen wollen und können. Es bedeutet nämlich, dass Bayreuth bis 2015 glänzend aufgestellt ist, was die Dirigenten betrifft. Die...
