Aus England und Frankreich
Es ist ein eifersüchtiger, unnahbarer, grausamer Gott, den die Menschen vor der Aufklärung zu fürchten hatten: jenen mit der eisernen Maske. Auch die Gedichte von John Donne (1572-1631), dem englischen Mystiker, künden von der Furcht vor Verdammnis wie von einer vagen Hoffnung auf Vergebung. Benjamin Britten vertonte sie 1945 nach der Uraufführung seiner Oper «Peter Grimes». Der brennend-dunkle Zyklus «The Holy Sonnets of John Donne» op.
35 stellt, wie Britten-Biograf Humphrey Carpenter schreibt, quasi einen Epilog zu dieser Oper dar (zumal er wie die Titelpartie des «Grimes» für Peter Pears geschrieben war). Britten komponierte laut Pears mit hohem Fieber (nach Rückkehr von einer Deutschlandreise, bei der er auch Konzentrationslager besucht hatte). Diese Fieberhaftigkeit versteht der
Tenor Mark Padmore intensiv zu spiegeln, wobei er sich stilistisch an Pears orientiert, auch gesangstechnisch, da er den Ton eher im Gaumen hält, statt ihn frei strömen zu lassen. Pears’ Technik war ja nicht perfekt, doch kreierte er dank seines feinen künstlerischen Instinkts einen ganz eigenen Stil – nicht nur als Britten-, sondern etwa auch als Bach-Interpret –, der die englische Tenor-Schule noch ...
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