Aufgeheitert
Zunehmende Lebenserfahrung kann die Menschen ja in zwei Richtungen lenken: Die einen werden verbissen, die anderen altersmilde. Jürgen Flimm gehört zur zweiten Kategorie. Bewundernswert, mit welcher Gelassenheit er sein Amt als Berliner Staatsopernintendant ausfüllt, als Nummer 2 hinter seinem allmächtigen Musikchef Daniel Barenboim. Was seine Nachfolge betrifft, will Flimm nun sogar ein einmaliges Modell praktizieren: Über zwei Jahre wird er mit dem vom Salzburger Mozarteum kommenden Matthias Schulz Büro an Büro arbeiten und ihm dabei allmählich alle seine Kompetenzen übertragen.
Mit wissendem Lächeln inszeniert Flimm nun auch die Ränkespiele des «Figaro». Obwohl die britische TV-Serie «Downton Abbey» gerade unter Beweis stellt, wie spannend Upstairs-Downstairs-Geschichten auch für heutige Zuschauer sein können, interessiert Flimm der Klassenkampf-Aspekt des Stücks wenig (das hat er mit Stefan Herheim in Hamburg gemein – siehe S. 6). Lieber erzählt er die Geschichte aus moderner Perspektive: Seine Figuren begegnen sich auf Augenhöhe, bei der Jagd nach Triebbefriedigung hat hier jeder dieselben Ausgangsbedingungen. Bühnenbildnerin Magdalena Gut hat ein elegantes, in die Jahre ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Frederik Hanssen
Impressum
57. Jahrgang, Nr 1
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752285
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Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
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