Aufgeheitert

Mozart: Le nozze di Figaro Berlin / Schiller Theater

Opernwelt - Logo

Zunehmende Lebenserfahrung kann die Menschen ja in zwei Richtungen lenken: Die einen werden verbissen, die anderen altersmilde. Jürgen Flimm gehört zur zweiten Kategorie. Bewundernswert, mit welcher Gelassenheit er sein Amt als Berliner Staatsopernintendant ausfüllt, als Nummer 2 hinter seinem allmächtigen Musikchef Daniel Barenboim. Was seine Nachfolge betrifft, will Flimm nun sogar ein einmaliges Modell praktizieren: Über zwei Jahre wird er mit dem vom Salzburger Mozarteum kommenden Matthias Schulz Büro an Büro arbeiten und ihm dabei allmählich alle seine Kompetenzen übertragen.



Mit wissendem Lächeln inszeniert Flimm nun auch die Ränkespiele des «Figaro». Obwohl die britische TV-Serie «Downton Abbey» gerade unter Beweis stellt, wie spannend Upstairs-Downstairs-Geschichten auch für heutige Zuschauer sein können, interessiert Flimm der Klassenkampf-Aspekt des Stücks wenig (das hat er mit Stefan Herheim in Hamburg gemein – siehe S. 6). Lieber erzählt er die Geschichte aus moderner Perspektive: Seine Figuren begegnen sich auf Augenhöhe, bei der Jagd nach Triebbefriedigung hat hier jeder dieselben Ausgangsbedingungen. Bühnenbildnerin Magdalena Gut hat ein elegantes, in die Jahre ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Frederik Hanssen

Weitere Beiträge
In der Klemme

Ein bisschen steckt Verdis «Luisa Miller» in der Klemme. Schließlich muss sich das 1849 uraufgeführte Stück nicht nur gegenüber der Vorlage, Schillers «Kabale und Liebe», behaupten. Es steht auch im Schatten der wenig später komponierten trilogia popolare: «Rigoletto», «Trovatore» und «Traviata». Und wird nicht zuletzt am innovativen «Don Carlo» gemessen. Dass es...

Zurück zu den Ursprüngen

Zum 218. Geburtstag Gaetano Donizettis beschenkte seine Heimatstadt Bergamo die Bürger sowie Fans aus aller Welt mit einer Besonderheit: Das nach dem Komponisten benannte Festival und Theater brachten die Originalversion von «Anna Bolena» auf die Bühne, unter Verwendung einer demnächst erscheinenden kritischen Neuedition. Das ehrgeizige Ziel: eine möglichst genaue...

MEDIENMAFIA: Dmitri Tcherniakovs Berliner «Zarenbraut»

In seiner Berliner Inszenierung situiert Dmitri Tcherniakov Rimsky-Korsakows meist als historisch-romantisches Rührstück verkitschte «Zarenbraut» in der medialen Gegenwart eines russischen Fernsehstudios, wobei immer wieder punktgenaue Überblendungen, aber auch irritierende Brechungen zwischen der realen Eifersuchtstragödie und der von der Medienmafia inszenierten...