Aus dem Geist der Musik
Kurz vor seinem 75. Geburtstag wagte sich Claudio Abbado zum ersten Mal an Beethovens «Fidelio». Die Aufführung, im Frühjahr 2008 nacheinander in Reggio Emilia, Baden-Baden, Madrid, Ferrara und Modena gezeigt, wurde von den angereisten Kritikern als musikalische Offenbarung empfunden. Zwei Jahre später nahm sich der Dirigent das Werk beim Lucerne Festival noch einmal vor, diesmal in einer konzertanten Version, für die sich die Regisseurin Tatjana Gürbaca neue Texte und einige szenische Arrangements ausgedacht hatte.
Auf dieser Luzerner Aufführung basiert die Aufnahme der Decca, in der die gesprochenen Dialoge allerdings auf ein Mindestmaß reduziert wurden.
Abbado entwickelt das Drama ganz aus dem Geiste der Musik. Nicht romantischer Impetus, sondern klassische Klarheit bestimmt sein Beethoven-Bild. Dabei macht er sich die Errungenschaften der historischen Aufführungspraxis zunutze und erreicht mit dem Lucerne Festival Orchestra und dem Mahler Chamber Orchestra einen transparenten, vibratoarmen Klang, der viele instrumentale Nuancen ans Licht bringt, die bisher kaum wahrgenommen wurden. Über weite Strecken, etwa im Gefangenenchor, der pianissimo ansetzt und ebenso wieder verebbt, ...
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Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 20
von Ekkehard Pluta
ARTE
1.4. – 16.05 Uhr
Joshua Bell.
Dokumentation über den amerikanischen Violinisten von Eva Münstermann.
1.4. – 18.30 Uhr
6./12./18./24./30.4. – 6.00 Uhr
Myung-Whun Chung dirigiert
Rossini und Mendelssohn. Orchestre Philharmonique de Radio France.
2.4. – 0.30 Uhr
Mozart: La finta giardiniera.
Auszüge. Festival d’Aix-en-Provence 2010. Inszenierung: Emmanuelle Cordoliani....
Denkbar unspektakulär, das Ganze. Einfach nah an Wort und Musik. Leicht stilisiert, immer aus der Körpersprache der Figuren lebend, Farben und Gesten genau setzend. So wie Christof Loy seit Jahren (fast) immer arbeitet. Bei seinem Berlin-Debüt hat der knapp fünfzigjährige Regisseur damit jetzt Ovationen ausgelöst, wie sie in Opernhäusern der Hauptstadt lange nicht...
Die dritte Staffel historischer Aufführungen der Metropolitan Opera, von Sony preiswert, aber in billiger Aufmachung veröffentlicht, bestätigt den Eindruck, dass Oper an diesem Hause lange Zeit mehr mit Zirkus als mit Theater zu tun hatte. Die Musik scheint oft nur Anlass zu sein, Sänger glänzen zu lassen. Sie werden beim Auftritt mit in das Orchesterspiel...
