Zirkus für Gesangsvirtuosen
Die dritte Staffel historischer Aufführungen der Metropolitan Opera, von Sony preiswert, aber in billiger Aufmachung veröffentlicht, bestätigt den Eindruck, dass Oper an diesem Hause lange Zeit mehr mit Zirkus als mit Theater zu tun hatte. Die Musik scheint oft nur Anlass zu sein, Sänger glänzen zu lassen. Sie werden beim Auftritt mit in das Orchesterspiel hineinplatzendem Beifall empfangen und nicht nur nach ihren Arien, sondern auch nach jeder Fermate auf einem Spitzenton lauthals bejubelt.
Die Dirigenten – vor allem versierte Routiniers wie Fausto Cleva und Kurt Adler – sind oft nicht mehr als Steigbügelhalter für die Gesangsvirtuosen der Neuzeit. Und keiner weiß seine Narrenfreiheit schamloser auszunutzen als Franco Corelli, der in einem «Trovatore» von 1961 zur Freude des Auditoriums dem Affen kräftig Zucker gibt.
Ein Jahr später wurde er in Salzburg von Herbert von Karajan im gleichen Stück stärker an die Kandare genommen. Wie dort war auch in der New Yorker Aufführung Leontyne Price seine Partnerin, die damals noch am Anfang ihrer Weltkarriere stand. Sie hat die Leonora nicht weniger als dreimal im Studio aufgenommen und bietet auch hier – stimmlich frisch und glutvoll im ...
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Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 26
von Ekkehard Pluta
Frau Lezhneva, brauchen Sie eine längere Pause?
Nein, aber ich habe tatsächlich eine ganze Reihe von Produktionen abgesagt. Nach den «Hugenotten» in Brüssel hatte ich das Gefühl, mich übernommen zu haben. Also bin ich meinen Kalender noch einmal durchgegangen. Und habe mit Marc Minkowski gesprochen. Er versteht meinen Fall.
Worin besteht Ihr «Fall»?
Ich bin noch...
Im November 2010 hatte Jakob Peters-Messer die traurige Ehre, die letzte Produktion der Opera Ireland zu betreuen, bevor die Company sich gezwungen sah, den Musiktheaterbetrieb einzustellen. «Tosca» stand damals auf dem Programm. «Liebe und Kunst haben in Zeiten tödlicher Politik keine Chance», fasste ein Kritiker die Botschaft der Inszenierung zusammen, die mit...
Die zweite Oper des amerikanischen Komponisten Carlisle Floyd verdankt ihr Dasein einem Zufall. Nachdem sein Erstling «Susannah» in New York freundlich angenommen worden war, hatte die Sängerin der Titelrolle um eine wirkungsvolle Konzertarie gebeten. Floyd griff kurzerhand auf einen Text zurück, den Schauspielerinnen damals gern zum Vorsprechen benutzten: eine...
