Aus Körper und Stimme

Janáceks «Jenufa» an der Deutschen Oper Berlin, inszeniert von Christof Loy, dirigiert von Donald Runnicles

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Denkbar unspektakulär, das Ganze. Einfach nah an Wort und Musik. Leicht stilisiert, immer aus der Körpersprache der Figuren lebend, Farben und Gesten genau setzend. So wie Christof Loy seit Jahren (fast) immer arbeitet. Bei seinem Berlin-Debüt hat der knapp fünfzigjährige Regisseur damit jetzt Ovationen ausgelöst, wie sie in Opernhäusern der Hauptstadt lange nicht zu hören waren. Dankbarkeit schwingt mit. Offenbar gibt es große Teile des Publikums, die den Oberflächenglanz der Staatsoper, aber auch die Dekonstruktionsakte an der Komischen Oper satt haben.

Die es honorieren, wenn jemand ein Stück in seinen Verästelungen ernst nimmt, sich ihm in respektvoller Zurückhaltung nähert – und damit der Deutschen Oper ein Stück Identität bestätigt. Ensemble, Gastsolisten, Chor, Orchester, Technik: Alle durften sich eingebunden fühlen ins gemeinsame Arbeiten. Längst nicht mehr selbstverständlich so etwas.

Damit ist das Wichtigste über die Aufführung gesagt – gemessen am aktuellen Zustand der Berliner Opernszene. Wenn man den Rahmen anders steckt, lässt sie sich genauer orten. Bleiben wir in Berlin. Die letzte «Jenufa» an der Deutschen Oper war vor zehn Jahren Nikolaus Lehnhoffs Inszenierung ...

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Opernwelt April 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Stephan Mösch

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