Aus Körper und Stimme
Denkbar unspektakulär, das Ganze. Einfach nah an Wort und Musik. Leicht stilisiert, immer aus der Körpersprache der Figuren lebend, Farben und Gesten genau setzend. So wie Christof Loy seit Jahren (fast) immer arbeitet. Bei seinem Berlin-Debüt hat der knapp fünfzigjährige Regisseur damit jetzt Ovationen ausgelöst, wie sie in Opernhäusern der Hauptstadt lange nicht zu hören waren. Dankbarkeit schwingt mit. Offenbar gibt es große Teile des Publikums, die den Oberflächenglanz der Staatsoper, aber auch die Dekonstruktionsakte an der Komischen Oper satt haben.
Die es honorieren, wenn jemand ein Stück in seinen Verästelungen ernst nimmt, sich ihm in respektvoller Zurückhaltung nähert – und damit der Deutschen Oper ein Stück Identität bestätigt. Ensemble, Gastsolisten, Chor, Orchester, Technik: Alle durften sich eingebunden fühlen ins gemeinsame Arbeiten. Längst nicht mehr selbstverständlich so etwas.
Damit ist das Wichtigste über die Aufführung gesagt – gemessen am aktuellen Zustand der Berliner Opernszene. Wenn man den Rahmen anders steckt, lässt sie sich genauer orten. Bleiben wir in Berlin. Die letzte «Jenufa» an der Deutschen Oper war vor zehn Jahren Nikolaus Lehnhoffs Inszenierung ...
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Opernwelt April 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Stephan Mösch
Frau Lezhneva, brauchen Sie eine längere Pause?
Nein, aber ich habe tatsächlich eine ganze Reihe von Produktionen abgesagt. Nach den «Hugenotten» in Brüssel hatte ich das Gefühl, mich übernommen zu haben. Also bin ich meinen Kalender noch einmal durchgegangen. Und habe mit Marc Minkowski gesprochen. Er versteht meinen Fall.
Worin besteht Ihr «Fall»?
Ich bin noch...
Am Dortmunder Opernhaus hat der neue Intendant Jens-Daniel Herzog kein leichtes Erbe angetreten: Die ohnehin katastrophal schlechte Auslastung stürzte in seiner Vorbereitungszeit, in der das Haus nach Christine Mielitz’ vorzeitigem Abgang ohne Führung war, ins Bodenlose ab. Das Dortmunder Publikum schien das Interesse an seinem Opernhaus gänzlich verloren zu haben....
Krieg und Gewalt sind feste thematische Größen im mittlerweile über zwanzig Titel umfassenden Bühnenwerkkatalog von Philip Glass. Ersterer prägt zahlreiche Opern von «The Civil Wars» bis «Appomattox», Letztere insbesondere «Waiting for the Barbarians» und die jetzt erstmals eingespielte Kammeroper «In the Penal Colony». Diese Arbeit für zwei Sänger und...
