Aufhören kommt nicht in Frage
Die Sache mit der Banane, das spürte er, war keine gute Idee. Das Zweit-Rendezvous fällt daher anders aus, im schimmernden Rokoko-Gewand, das Affen eher selten tragen. Und nun mit einer silbernen Rose in der Hand, an der die Angebetete schnuppert: «Hat einen starken Geruch …»? Zu diesem Satz kommt es nicht, wir befinden uns schließlich bei Hans Werner Henze. Aber wenn «Der junge Lord» von Brigitte Fassbaender inszeniert wird, dann darf dieses wunderzarte Selbstzitat einer Sängerinnen-Legende sein, die auf immer und ewig der einzig wahre Rosenkavalier bleiben wird.
Ein paar Wochen vor dem 80. Geburtstag, den sie am 3. Juli feiert, war Premiere am Gärtnerplatztheater. An einem Haus übrigens, wo sich die Fassbaender durchaus im Chefsessel sah. Es kam allerdings nicht zur zweiten Intendanz nach dem Tiroler Landestheater, Bayerns Politiker wollten eine andere Lösung. Im Nachhinein scheint es sogar besser für die Künstlerin – wie hätte sie sonst all ihre Vorhaben und Vorlieben relisieren sollen?
Es ist schwer, bei Brigitte Fassbaender einen Termin zu bekommen. Hier eine Regie, dort ein Meisterkurs, da ein Jury-Vorsitz, dann gibt es noch den Liedsommer im südtiroler Ort Eppan – es ist ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Markus Thiel
Ohne Umschweife steht die von Jetske Mijnssen realisierte Zürcher Inszenierung von «Hippolyte et Aricie» dazu, dass es sich bei der Oper Jean-Philippe Rameaus um einen Stoff handelt, der inhaltlich wie formal aus weit entlegener Vergangenheit stammt. Für sein Textbuch hat sich der Librettist Simon-Joseph Pellegrin auf eine Tragödie von Jean Racine gestützt, der...
«Mein Mund soll meines Herzens Bosheit sagen, / Sonst wird mein Herz, verschweig’ ich sie, zerspringen: / Und ehe das geschehe, will ich frei / Und über alles Maß die Zunge brauchen ...» So sagt es Katharina in Shakespeares «Der Widerspenstigen Zähmung»; man hätte sich auch Richard Strauss’ Ehegespons Pauline de Ahna in dieser Rolle vorstellen können. Ob das Stück...
Eine bunte, mondäne Badegesellschaft bespaßt sich an einem Swimmingpool, während etwas abseits mit zerquältem Gesichtsausdruck eine Männergestalt herumstapft, die in ihrem braunen Cordsamtanzug nicht im Geringsten zu dem kapriziösen Freibadambiente passen will, offensichtlich aber gern bei der Party dabei wäre. In tosender Verzweiflung glaubt sich dieser...
