Aufs Korn genommen
Nicht nur Mieczysław Weinbergs musikdramatisches Hauptwerk «Die Passagierin» wurde posthum aus der Taufe gehoben. Auch seine 1975 entstandene Kammeroper «Lady Magnesia» konnte der polnisch-jüdische Komponist selbst nicht mehr erleben. Konzertant wurde sie 2009 in Liverpool, szenisch 2012 am Theater Erfurt uraufgeführt. Zum 100. Geburtstag des Schostakowitsch-Freundes wagte nun der junge Dirigent Daniel Grossmann mit seinem energiegeladenen Jewish Chamber Orchestra eine umfassende Weinberg-Werkschau.
Das einwöchige Festival in München stellte Orchester-, Kammer und Filmmusik zur Diskussion und brachte als Höhepunkt «Lady Magnesia» – sie basiert auf George Bernhard Shaws Farce «Passion, Poison and Petrification» – auf die Bühne der Münchner Kammerspiele.
«Ein Spätwerk mit absurder Instrumentierung» nennt Grossmann den einstündigen Einakter. Unorthodox mischt Weinberg ein Streichquartett mit Harmonium, Klavier, E-Gitarre, Saxofon und Perkussion. Klassische Bläser von der Flöte bis zur Posaune kommentieren das Geschehen um die sexuell aus ihrer Ehe ausbrechende Magnesia parodistisch. Die Einwürfe des Horns dürfen wir getrost mit dem gehörnten Gatten Sir George Fitztollemache in ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Peter Krause
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