Aufenthalt im Unerhörten
Ach, was sind das doch für magische zwei Zeilen! «Und die Welt hebt an zu singen, / Triffst du nur das Zauberwort.» Geschrieben hat sie einer der bedeutendsten Dichter der deutschen Romantik, Joseph von Eichendorff, und nicht zufällig dienten sie Rüdiger Safranski 2007 als zentrales Motto für sein staunenswert kluges Buch über die Romantik.
Darin findet sich auch jene triftige Charakterisierung dieser vielbesungenen Epoche, die der viel zu früh aus der Welt geschiedene Friedrich von Hardenberg seinerzeit in Worte gegossen hatte: «Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es.»
Novalis’ nuancierte Notiz erscheint an prominenter Stelle auch in Christiane Wiesenfeldts kürzlich erschienener Studie «Die Anfänge der Romantik in der Musik» (Bärenreiter, 304 Seiten, 39,99 Euro), die sich zum Glück nicht ausschließlich auf musikwissenschaftlich trockener Erde ausruht, sondern in jedem gescheiten Gedanken (und davon ist das Buch voll) den geweiteten Blick zum (auch literaturhistorischen und sogar literarischen) Horizont sucht. Gleichwohl steht ...
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Opernwelt 12 2022
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Jürgen Otten
JUBILARE
Rodion Schtschedrin kam am 16. Dezember 1932 in Moskau zur Welt, studierte schließlich am Moskauer Konservatorium bei Juri Schaporin (Komposition) und Jakow Flier (Klavier). Nach durchaus eindrücklichen Anfängen einer Klavierlaufbahn wurde er 1964 auf eine Professor für Komposition am Moskauer Konservatorium berufen und 1973 auf Wunsch von Schostakowitsch...
Sind das Wasserleichen, die da in diesem riesigen, hellen und mit kühlem Nass befüllten Kubus liegen? Langsam beginnen diese Wesen, sich – choreografisch wohlsortiert kreisend – in ihrem Element zu wälzen, breiten die Arme aus und lassen sie auf die Oberfläche platschen. Später bilden sie allerhand Knäuel und Klumpen, ihre Körper scheinen miteinander zu...
Das Stück ist eine Sensation, in mehr als einer Hinsicht. 1860 an der Pariser Opé-ra-Comique uraufgeführt, danach in der Schublade verschwunden, 2018 in Strasbourg wieder ans Licht gehoben – in «Barkouf» erzählen Jacques Offenbach und sein Librettist Eugène Scribe die absurde Geschichte eines Hundes, der von einem der Aufmüpfigkeit seines Volkes überdrüssigen...
