Auf dem Lande
Immer wieder gewährt die Nationaloper Helsinki in dieser Spielzeit ihren Besuchern einen Blick auf die Seele Finnlands, so wie sie sich in Werken einheimischer Komponisten während der letzten 150 Jahre spiegelte. Hierzu gehört auch Leevi Madetojas erste Oper «Pohjalaisia» (Die Ostbottnier), die 1924 in Helsinki mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. Das Opus empfand man damals als erste vollwertige Oper in finnischer Sprache, Musiktheater im nationalromantischen Geist des noch jungen Staates (der erst 1917 seine Selbstständigkeit errang).
Der Sibelius- und d’Indy-Schüler Madetoja, im Umgang mit dem Orchesterapparat als Symphoniker wohlvertraut, hatte ein Volksstück seines ostbottnischen Landsmannes Artturi Järviluoma bearbeitet, eigene Textpassagen dazugedichtet und zahlreiche Volkslieder seiner Heimat mit der eigenen Tonsprache verschmolzen. Neben dem (den damaligen Erfolg plausibel machenden) Identifikationspotenzial, das die Oper auch heute noch für ein finnisches Publikum besitzt, ist das Sujet durchaus auch zeitlos: Es geht um den Freiheitsdrang einzelner Vertreter einer (finnischen) Gemeinschaft, um staatliche Willkür (Chiffre für die russische Herrschaft) und um das ...
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Ein Trompe l’oreille ist diese Musik, nur scheinbar glanzvoll die Regenbogenbrücke am Schluss des «Rheingold». «Falsch und feig ist, was dort oben sich freut», klagen denn auch die Rheintöchter. Und selbst das Heldenmotiv (in Wien am Premierenabend im Übereifer ein wenig verzerrt) strahlt nur vermeintlich. Wotans «großer Gedanke» – eine Schimäre. An dieser Stelle...
Auch in seiner italienischen Heimat wird Ottorino Respighi als Opernkomponist nur am Rande wahrgenommen. Für das deutsche Publikum ist er in erster Linie der Schöpfer der sinfonischen Rom-Trilogie, die immer wieder in den Konzertprogrammen auftaucht. Seine durchaus bühnenwirksamen Opern «Belfagor», «La campana sommersa» (nach Gerhard Hauptmann) und «La fiamma»...
Das schöne, wilde Tier reizt unablässig Theater und Regisseure. Direkt nach Calixto Bieitos exzessiver Strip- und Seelenorgie in Basel folgten zwei weitere Inszenierungen: an der Opéra de Lyon und am Staatstheater Wiesbaden, wo «Lulu» anspruchsvoll die Maifestspiele eröffnete.
Im Vergleich der Aufführungen könnte man sagen: Mit Bergs «Lulu», die natürlich auch...
