Foto: Falk von Traubenberg

Auf dem Flohmarkt

Wagner: Siegfried
Karlsruhe | Staatstheater

Opernwelt - Logo

Mit dem Eismeer ist es nichts mehr. Brünnhilde wacht im Karlsruher «Siegfried» nicht dort auf, wo sie 20 Bühnenjahre zuvor, am Ende der «Walküre», eingeschläfert wurde. Wagners «Ring des Nibelungen» ist das Mittelding aus Duschkabine und Kühlbox, worin das kühne Wotanskind vom Vater zurückgelassen wurde, abhanden gekommen, der Teil, in dem Yuval Sharon und Sebastian Hannak das große Wort führten, ad acta gelegt.

Nun hatten der isländische Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson und der litauische Szenenbauer Vytautas Narbutas das Sagen, und der neue Karlsruher «Ring» der vier eher jungen Teams konfrontierte uns mit einem der absonderlichsten Bühnenorte, die man seit Langem zu Gesicht bekam.

Was der Zuschauer abendfüllend nach Details absucht, ist ein Trashraum, der mit seiner Balustrade, seinen Leuchtern und seiner (Reichstags-)Kuppel mal etwas Besseres gewesen sein muss, heute aber als Flohmarkt, Rumpelkammer, Schmiede, Wald und Drachenhöhle in einem dient; das Ganze mitunter magisch ausgeleuchtet (Björn Bergsteinn Guðmundsson). Und was es gewiss noch nicht gab: dass Wotan, der als Welten-«Wanderer» alles zu lenken meint, rechts vorn in einem Kabuff seine Monitore nicht aus den Augen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2017
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Heinz W. Koch

Vergriffen
Weitere Beiträge
Singparabel

Zwei Jahre bleiben Aviel Cahn noch als Intendant der Opera Vlaanderen. In der verbleibenden Zeit hat der Schweizer, der 2019 an das Grand Théâtre Genf wechselt, noch viel vor in Antwerpen und Gent. Die kommende Spielzeit 2017/18 etwa wird er mit Erich Wolfgang Korngolds höchst selten aktiviertem «Wunder der Heliane» eröffnen. Für einen neuen Blick auf Debussys...

Impressum August 2017

58. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN     0030-3690
Best.-Nr.     752303

Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.der-theaterverlag.de/opernwelt



Redaktion
Jürgen Otten, Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)

Redaktionsbüro
Andrea Kaiser...

Getrieben

Das vielleicht Schönste an dieser Premiere ist die Rückkehr zum Wichtigsten. Zur nie endenden Diskussion darüber, wie Giuseppe Verdis «Otello» musikalisch beizukommen sei, genauer: wie der ideale Titelheld klingen sollte. Kompositorische Absicht und Rezeptionsgeschichte, die vokale Situation anno 1887 und die Herausbildung eines Geschmacks, in dem das Klangstahlbad...