Auf Augenhöhe
Wer in Düsseldorf das Opernhaus besucht, zumal wenn die Sonne scheu-warm vom Himmel auf den benachbarten Hofgarten herabblinzelt, kommt um den wohl größten Sohn der Stadt kaum herum. Und so muss man auch an diesem milden Spätwintertag sogleich an Heines Gedicht «Frühling» denken, an diese lichten, leichten Verse: «Die Wälder und Felder grünen, / es trillert die Lerch’ in der Luft, / Der Frühling ist erschienen / mit Lichtern und Farben und Duft.» In etwa so ist auch die Stimmung im Haus selbst: gelöst, freundlich, zugewandt. Kein Wunder, der Generalintendant feiert seinen 65.
Geburtstag, und schon am Vormittag hat eine Delegation seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Ständchen dargebracht und ihm, nebst Blumen, Tiramisu sowie selbstgebackenem Kuchen, die seit Langem vergriffenen Schostakowitsch-Memoiren von Solomon Volkov aus dem Antiquariat besorgt und auf den liebevoll gedeckten Gabentisch gelegt.
Und dies nicht ohne Grund: Am Abend gibt es die sogenannte Förderkreis-Premiere der Neuinszenierung von Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk». Christoph Meyer mag das Stück, er mag auch die intelligent-zugespitzte Arbeit von Elisabeth Stöppler, die an der Rhein-Oper schon so ...
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Opernwelt April 2025
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Jürgen Otten
Die Herren, wiewohl Landsleute und beide mit reichlich Geist gesegnet, waren uneins. Während Samuel Pepys, dessen Tagebücher aus den Jahren 1660 bis 1669 eine noch heute stetig sprudelnde Quelle der Inspiration bilden, Shakespeares Schauspiel «A Midsummer Night’s Dream» mit einem Federstrich abkanzelte («Es ist das albernste und geschmackloseste Stück, das ich je...
Man denke sich die Figuren in Händels «Rinaldo« von unsichtbaren Fäden geleitet. Der Spielführer heißt Hinrich Horstkotte; ursprünglich war er Marionettenspieler, nun agiert er als Regisseur. Als überdimensionales Puppentheater auf einer Guckkastenbühne mit Seitenprospekten und Holzboden inszeniert er die Oper bei den Karlsruher Händel-Festspielen. Das ergibt Sinn....
Die Namen von Robert Fürstenthal und Walter Aptowitzer sind vermutlich nur wenigen Eingeweihten ein Begriff. Beide Komponisten stammten, wenngleich sie unterschiedlichen jüdischen Milieus angehörten, aus Wien; beide mussten 1938, nach dem «Anschluss» Österreichs, ihre Heimat verlassen, um nicht in die Fänge des nationalsozialistischen Terrors zu geraten; und beide...
