Assoziative Reize

Haydn/Oron: Missa in tempore belli
Zemlinsky: Der Zwerg
AMSTERDAM | DE NATIONALE OPERA

Zum Saisonstart herrscht im öffentlichen Leben Amsterdams, obwohl die Touristenmassen der Vor-Pandemie-Zeit (zum Glück) noch nicht zurückgekehrt sind, weitgehend Normalität. Restaurants und Kneipen, Blumenmarkt und die einladenden Plätze der Grachtenstadt sind trotzdem gut gefüllt, während die Kulturinstitutionen sich nach wie vor vergleichsweise strengen Einschränkungen beugen müssen.

In weiser Vorahnung hat Intendantin Sophie de Lint deshalb zum Auftakt der Spielzeit an der Nationale Opera zwei Abende programmiert, die den noch geltenden Abstandsregelungen genügen und ohne Pausen auskommen. Gedacht als Solitäre, waren sie an einem September-Sonntag hintereinander in einer Mittags- und Abendvorstellung zu erleben.

Es beginnt mit Barbora Horákovás szenischer Einrichtung von Joseph Haydns «Missa in tempore belli», auch «Paukenmesse» genannt, die um elektronische Zwischenspiele des Klang- und Medienkünstlers, DJs und Komponisten Janiv Oron ergänzt wird. Das schlank besetzte Nederlands Philharmonisch Orkest unter der Leitung seines neuen Chefdirigenten Lorenzo Viotti, der zugleich auch der neue Chefdirigent der Amsterdamer Nationaloper ist, sitzt auf Abstand im leicht erhöhten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2021
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Regine Müller

Weitere Beiträge
Bravissima!

Die eine weltberühmt, die andere fast vergessen – dennoch schienen beide Italienerinnen, die am Pfalztheater Kaiserslautern und an der Oper Frankfurt die neue Spielzeit eröffneten, unverkennbar auf einer Wellenlänge zu schwingen: Rossinis erfolgsverwöhnte «L’Italiana in Algeri» und Cimarosas 35 Jahre ältere «L’ Italiana in Londra», die nach der Römer Uraufführung...

Welttheater der Liebe

Etwas ist anders als sonst. Genauer: eine Figur, die das Stück gar nicht vorsieht. In wallendem Gewand schwebt der holde Knabe im lockigen Haar (Felix Hennig) über die Bühne und um die Figuren herum, immer eine oder mehrere Puppen in den Händen, den Blick mit hingebungsvoller Zärtlichkeit auf die Protagonisten gerichtet. Ein Engel mit weißen Flügeln, der nicht nur...

Seelengesänge

Ach ja, die Liebe. Könnte so einfach sein, schwerelos, süß und seelenvoll, kurzum: die schönste Sache der Welt. Klappt nur leider nicht immer, das weiß auch der traurige Dichter Hoffmann. Aber er tröstet sich und uns damit, dass er seine melancholisch getünchten Erfahrungen in Töne kleidet und eben von dem singt, wovon er nicht mehr sprechen mag und was nur noch...