Assoziative Reize
Zum Saisonstart herrscht im öffentlichen Leben Amsterdams, obwohl die Touristenmassen der Vor-Pandemie-Zeit (zum Glück) noch nicht zurückgekehrt sind, weitgehend Normalität. Restaurants und Kneipen, Blumenmarkt und die einladenden Plätze der Grachtenstadt sind trotzdem gut gefüllt, während die Kulturinstitutionen sich nach wie vor vergleichsweise strengen Einschränkungen beugen müssen.
In weiser Vorahnung hat Intendantin Sophie de Lint deshalb zum Auftakt der Spielzeit an der Nationale Opera zwei Abende programmiert, die den noch geltenden Abstandsregelungen genügen und ohne Pausen auskommen. Gedacht als Solitäre, waren sie an einem September-Sonntag hintereinander in einer Mittags- und Abendvorstellung zu erleben.
Es beginnt mit Barbora Horákovás szenischer Einrichtung von Joseph Haydns «Missa in tempore belli», auch «Paukenmesse» genannt, die um elektronische Zwischenspiele des Klang- und Medienkünstlers, DJs und Komponisten Janiv Oron ergänzt wird. Das schlank besetzte Nederlands Philharmonisch Orkest unter der Leitung seines neuen Chefdirigenten Lorenzo Viotti, der zugleich auch der neue Chefdirigent der Amsterdamer Nationaloper ist, sitzt auf Abstand im leicht erhöhten ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Regine Müller
Die große Griechenoper zur Befreiung der Hellenen von ottomanischer Herrschaft muss noch geschrieben werden. Aber vielleicht wäre ein solches Vorhaben ohnehin keine gute Idee: Die hierbei allfällige Schwarzweiß-Zeichnung böser Türken und guter Griechen als bluttriefendes Schlachtengemälde würde, zumindest in Europa, im Zeichen der in diesem Jahr Geburtstag...
Wanderer, kommst du nach Macerata, begegnet dir das Wissen – und noch einiges mehr. Die mittelalterliche 40.000-Einwohner-Stadt, rund 50 Kilometer südlich von Ancona gelegen, ist nicht nur Sitz der 1290 gegründeten Universität; dort wurde zwischen 1823 und 1829 zudem ein für Europa einzigartiges, geschlossenes Stadion gebaut, das «Sferisterio». Entworfen hatte es...
Der Weg in den Himmel ist steinig. Die Freuden des ewigen Lebens werden einem nicht geschenkt. Die Zeit ist knapp, um ausreichend Gutes zu tun. Weshalb sie einen gleich anmahnt, sie zu nutzen. Zudem ist der Aufstieg ins Licht gepflastert mit Versuchungen irdischen Vergnügens, Verlockungen von Macht, Reichtum und mondänem Glanz. Gäbe es da nicht den «Schutzengel»,...
