Im Weltinnenraum des Traums
Die Zeilen sind Legende: «Über allen Gipfeln / Ist Ruh, / In allen Wipfeln /Spürest du / Kaum einen Hauch; / Die Vöglein schweigen im Walde. /Warte nur, balde / Ruhest du auch.» Wie so viele andere Komponisten vor und nach ihm, hat auch Robert Schumann dieses zweite der unter dem Titel «Wandrers Nachtlied» rubrizierten Gedichte aus Goethes Feder (der Dichter überschrieb es mit «Ein Gleiches») vertont.
Schumann findet für diese Verse einen Ton, der die ganze Orientierungslosigkeit des romantischen Subjekts, seine düstere, beinahe wortlose Stimmung in zart-innigliche Klänge fasst, ohne auch nur eine Sekunde in Larmoyanz zu verfallen. Sein, des verunsicherten Subjekts, Schmerz erscheint als wattiert, besänftigt. Und ist doch absolut direkt in seinem Ausdruck. Wenn Christian Gerhaher und Gerold Huber (die nur als Gespann zu verstehen sind, weil sie als Sänger und Pianist symbiotisch verschmelzen wie derzeit kein anderes Duo) dieses Lied interpretieren, dann wird deutlich, worin die große Kunst der beiden Interpreten liegt: Dringlichkeit und Dezenz sind hier ein traumhaftes (ganz und gar undialektisches) Paar, und nicht ein Wort ist da, das nicht durch den Klavierklang beglaubigt, ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Jürgen Otten
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Die Oper Dortmund verfolgt, auch in Zeiten der Pandemie, ein ehrgeiziges Programm. So will beispielsweise das Projekt «Oper für alle» den etwas sperrigen Begriff «Stadtgesellschaftliche und regionalspezifische Teilhabe» aktiv-kreativ definieren. Dementsprechend übernehmen die Rapper IndiRekt und S.Castro in der Uraufführung «Der Hetzer» von Bernhard Lang Rollen,...
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