Asket und Lyriker

Eine neue Box würdigt Carlo Maria Giulini mit restaurierten Aufnahmen

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Seit Jahren werfen die Traditionslabels Mega-Boxen auf den Markt. Sie verbindet, dass sie oft das aufgedruckte Versprechen der «Vollständigkeit» nicht halten, wie im Fall der jetzt von Warner Classics veröffentlichten Edition «Complete Remastered Studio Recordings», die dem italienischen Dirigenten Carlo Maria Giulini (1914–2005) und seinen vor allem für Columbia und His Master’s Voice in den 1960er- und 1970er-Jahren entstandenen Aufnahmen gewidmet ist. Giulini, selbst Bratscher, war ein hingebungsvoller Begleiter von Geigern, Pianisten und Sängern.

So ist es umso bedauerlicher, dass eine der Topaufnahmen von Prokofjews erstem Violinkonzert fehlt: Giulini, der wenig Musik des Russen dirigiert hat, war im Oktober 1962 ein höchst aufmerksamer Partner für Nathan Milstein.

Das ist allerdings der einzige Einwand gegen die umfassende Edition. Die Opern-Aficionados wird besonders Giulinis knappe, aber klassische Diskographie der Mozartund Verdi-Aufnahmen interessieren. Sein Mozart wirkt inzwischen wie gerahmt, zwar untadelig musiziert, luxuriös besetzt – doch historisch distanziert. Im gleichen Jahr, 1959, aufgenommen, fällt der «Don Giovanni» eine Spur überzeugender aus als «Le nozze ...

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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Medien, Seite 43
von Götz Thieme

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