Archiv des Wissens
Relativ spät, mit Anfang 40, wendet sich der ungarische Komponist und Dirigent Péter Eötvös intensiv dem Genre Musiktheater zu. Bis zum Ende der 1990er-Jahre entstehen die Opern «Drei Schwestern» und «As I Crossed a Bridge of Dreams»; es folgen im neuen Millennium «Le Balcon», «Angels in America», «Lady Sarashina», «Love and Other Demons», «Die Tragödie des Teufels», «Paradise reloaded (Lilith)», «Halleluja – Oratorium balbulum», «Der goldene Drache» und «Senza Sangue».
Addiert man noch die beiden theatralen Singularitäten aus den 1970ern hinzu, «Harakiri» und «Radames», hat der 1944 geborene Eötvös bislang 13 Bühnenwerke verfasst, ein Gros davon überaus erfolgreich, weltweit und wiederholt aufgeführt.
Vor allem von diesen szenischen Klangarbeiten handelt das 2018 bei Schott in Mainz, Eötvös’ Hauptverlag, publizierte Buch «Parlando – Rubato», das auf Dialogen zwischen Eötvös und dem portugiesischen Komponisten und Musikologen Pedro Amaral basiert (und 2015 zunächst auf Ungarisch erschien). Für die deutsche Ausgabe um Ausführungen zu den aktuelleren Werken ergänzt, liefern die aus den Zwiegesprächen kondensierten (sicher nachträglich von ihm gründlich redigierten) Monologe ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Stefan Fricke
Der Abend beginnt mit einem Schrei, der irgendwo aus den Höhen der Philharmonie kommt, gefolgt von einem «Halleluja»! Und auch sonst ist alles anders bei dieser «Messiah»-Aufführung: Das Deutsche Symphonie-Orchester spielt, zum ersten Mal in seiner 62-jährigen Geschichte, auf Darmsaiten und mit Barockbögen. Außerdem sitzen die Musiker ganz hinten auf der Bühne,...
«Nicht mal ein Rapper aus der Bronx ist so zeitgenössisch wie Verdi», sagt Davide Livermore. Ein steiler, ein plakativer Vergleich, der am gesunden Urteilsvermögen des italienischen Regisseurs zweifeln ließe, wüsste man nicht, dass er sein Metier beherrscht. Das Konzept seiner aktuellen High-Tech-Inszenierung von Verdis neunter Oper «Attila» lässt an ein aus dem...
Wer tief in die deutsche Seele blicken will, muss bei Mitternacht in die Wolfsschlucht. Jenes vermeintlich schicksalsschwere c-Moll-Gebiet, dessen Konturen erst sichtbar werden, nachdem sich der fis-Moll-Nebel verzogen hat und Samiel auf den Plan tritt. An diesem schauderhaften Ort samt seiner meteorologischen Unmöglichkeit (zwei Gewitter zucken gleichzeitig aus...
