Apropos... Wien
In «Geschichten aus dem Wiener Wald» decouvriert Ödön von Horváth das «goldene Wienerherz». Sie sind Wiener.
Ich bin in Wien geboren. Aber ich habe mich wegen dieser vielen goldenen Wienerherzen entschlossen, niemals ein professioneller Wiener zu werden.
Horváth selbst war ja eher Un-Wiener.
Er wurde in Fiume, heute Rijeka, geboren und war ein typisches Gewächs der k. u. k. Monarchie. Erst mit zwanzig begann er, wirklich auf Deutsch zu schreiben.
Brecht sagte, Horváth habe mit den «Geschichten aus dem Wiener Wald» ein «Wiener Volksstück gegen das Wiener Volksstück» geschrieben. Großartig, wie der Dichter den Dialekt quasi als Subtext mitlaufen lässt, was viel besser, weil assoziationsreicher ist, als wenn man im Dialekt sprechen würde.
Wie fühlt sich der Text für den Komponisten an?
Horváth hat eigentlich die Melodik schon mitkomponiert, ich musste sie nur erkennen. Und Michael Sturminger hat mir mit seinem Libretto da sehr geholfen.
Auch Horváth selbst gibt musikalische Anweisungen.
Ja, zum Beispiel am Schluss: Oskar stützt Marianne, «gibt ihr einen Kuss auf den Mund und langsam ab mit ihr – und in der Luft ist ein Klingen und Singen, als spielte ein himmlisches Streichorchester die ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Gerhard Persché
Frau Meyer, im Herbst 2015 wird das Haus am Offenbachplatz wiedereröffnet. Dann gibt es auch einen neuen Generalmusikdirektor – François-Xavier Roth, derzeit noch beim SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, wird Nachfolger von Markus Stenz. Oper war bisher nicht Roths Schwerpunkt. Was haben Sie miteinander vor?
Die Details kann ich natürlich noch nicht...
Düsternis liegt auf der Bühne, graue Schlieren schwärzen sich nach und nach ein. Drei Podeste, nach hinten gestaffelt, heben und senken sich, gegeneinander versetzt. Auf dem mittleren steht Otello, das sturmgepeitsche Meer fest im Blick. Man meint die perlende Gischt auf der Haut zu spüren, während der Chor um die heile Rückkehr des Kommandanten und seiner...
Alles auf Anfang. Es ist, als werde in Zürich die Erfindung der Oper anhand eines der frühesten Exemplare des Genres nachgestellt. Stockdunkel das Haus. Aus der Düsternis heraus beginnt eine der drei Chitarronen, die zuvor riesenhaft aus dem Graben auf die Bühne ragten, zu fantasieren. La Scintilla, diesmal nur 16 Köpfe stark, tastet sich – immer noch kein Licht –...
