Apropos... Spieltechnik
Wann haben Sie zum ersten Mal ein Orchester dirigiert?
Cantus Cölln wurde immer größer, irgendwann kam ein kleines Orchester hinzu. Aber solange man sich in der freien Szene bewegt, ist das nicht der große Unterschied. Der tritt erst ein, wenn man vor einem «normalen», klassisch geschulten Stadt- oder Staatsorchester steht. Da weht schon ein anderer Wind, man kann nicht von vorneherein auf große Unterstützung hoffen. Und schlagtechnisch bin ich kein Profi.
Wann haben Sie sich erstmals diesem Wind ausgesetzt?
1999 in Basel bei einem Schütz-Projekt mit Herbert Wernicke – «Wie liegt die Stadt so wüst».
Wie passt das zusammen – historische Aufführungspraxis und moderne Instrumente?
Es geht um das, was Nikolaus Harnoncourt einmal so schön die musikalische «Klangrede» genannt hat. Musiker müssen wieder lernen, mit ihrem Instrument zu sprechen, zu singen. Eben das zu tun, was ein guter, im barocken Sinne geschulter Sänger tun würde. Zum Beispiel Endsilben abphrasieren, das Gewicht herausnehmen. Deshalb schreibe ich den Orchestern, mit denen ich arbeite, gern mal kleine Decrescendo-Zeichen in die Noten.
Und wie halten Sie es mit Sängern, die keine Barockerfahrung haben?
Die wesentliche Frage ist: ...
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Opernwelt Februar 2012
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Jörg Hillebrand
Das konnte nur anders, nur besser werden. Der Blick ins Archiv ruft geradezu grauslige Erinnerungen wach. 1971/72: erst Wagners «Tristan», vom einst großen Titelsänger Wolfgang Windgassen als Regisseur schmählich vertan, dann Gounods «Roméo et Juliette», auf der Szene desaströs vermurkst. Beide Male mit einem älteren Kapellmeister am Pult, der den Geist der Werke...
Es ist etwas faul im Staate Dänemark, aber darüber spricht man nicht. Und besungen wird es erst recht nicht. Aber die Grundsatzfrage «Sein oder nicht sein» wird doch gestellt. Allerdings lautet sie hier «Être ou ne pas être», schließlich geht es um Ambroise Thomas’ Opernversion des «Hamlet». Bei der Uraufführung 1868 in Paris bejubelt, rutschte die Oper rasch aus...
Christa Ludwig hat dem Thema ihre Autobiografie gewidmet. Der Titel des Buches lautet: «… und ich wäre so gern Primadonna gewesen», und die große Sängerin beschreibt ihren Jahre dauernden Kampf mit der Entscheidung: Bleibe ich Mezzosopran – oder wird aus dem Ausflug ins Sopranfach eine neue Karriere? Dass dieser offenbar manchmal durchaus ersehnte Fachwechsel auch...
