Apropos... Selbstvertrauen
Zunächst ein Tiefschlag in Berlin, dann dieser unglaubliche Höhenflug in Barcelona! Wie haben Sie diese emotionale Achterbahnfahrt weggesteckt?
Ich glaube, als Sängerin muss man lernen, Erfolge, aber auch Niederlagen richtig einzuordnen. Wenn ich bei Wettbewerben keinen Preis gewinne, wie vor Kurzem in Berlin, versuche ich immer, es nicht allzu wichtig zu nehmen, umgekehrt aber auch meinen Erfolg in Barcelona emotional nicht zu hoch zu hängen. Es ist klug, das alles immer etwas zu relativieren.
Aber natürlich freue ich mich unglaublich! Vor allem auf alles, was jetzt kommen wird.
Was lief anders in Barcelona?
Als Spanierin habe ich mich dort natürlich ein bisschen wie zu Hause gefühlt. Ich war die ganze Woche über sehr glücklich. Vielleicht auch, weil ich meine Erwartungen bewusst gesenkt hatte. Barcelona ist ein enorm großer Wettbewerb. Es hatten sich Sänger aus 55 Ländern beworben. Es gab Vorauswahlen u. a. in New York, in Peking, in Tokio, in Madrid und Berlin. Also habe ich gedacht: Wenn es in Berlin nicht geklappt hat, warum sollte es dann in Barcelona klappen? Von daher habe ich mir vorgenommen, nicht unbedingt gewinnen zu wollen und mir gesagt: Versuche es einfach zu ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Silvia Adler
Kein Wort über Corona. Kein Wort über Corona? Geht nicht. Zu viele Hoffnungen, es könnte besser werden, sind durch das widerborstige Virus respektive seine Mutanten zerstört worden. Wieder einmal. Hier und da schimmerte Hoffnung hindurch, und man war schon fast versucht, die zeitlos-schwärmerischen Worte des Dichters in die Welt hineinzurufen: «Im wunderschönen...
Ein bisschen duftete es nach Frühlingsanfang. Gleich mehrere Moskauer Opernhäuser präsentierten nach dem Ende des Lockdowns neue Inszenierungen. Drei der fünf großen, aufgrund geltender Hygieneregeln zur Hälfte gefüllten Musentempel griffen dabei auf bewährte Klassiker zurück. Den wohl größten Einschnitt markierte die Premiere in der Neuen Oper: Sechs Jahre lang...
Die Aufforderung, mit der sich der Countertenor Valer Sabadus an sein imaginäres Gegenüber wendet, ist an Doppeldeutigkeit kaum zu überbieten: «Schlafe, mein Liebster, und pflege der Ruh, folge der Lockung entbrannter Gedanken …» Wie bitte? Und in weiterer Folge: «Schmecke die Lust der lüsternen Brust, und erkenne keine Schranken …» Huch! Was wir erkennen, ist die...
