Apropos... Selbstvertrauen

Dergleichen ist selten: Beim renommierten Kontest «Tenor Viñas» in Barcelona gewann CARMEN ARTAZA gleich sechs Preise. Die 26-jährige Mezzosopranistin, die in Frankfurt am Main bei Michelle Breedt studiert, steht damit vor ihrem internationalen Durchbruch; unter anderem wird sie in Hannover die Dorabella in Mozarts «Così» singen. Kurz vor dem Triumph in ihrer spanischen Heimat war die Sängerin als Finalistin des Bundeswettbewerbs Gesang in Berlin noch leer ausgegangen.

Zunächst ein Tiefschlag in Berlin, dann dieser unglaubliche Höhenflug in Barcelona! Wie haben Sie diese emotionale Achterbahnfahrt weggesteckt?
Ich glaube, als Sängerin muss man lernen, Erfolge, aber auch Niederlagen richtig einzuordnen. Wenn ich bei Wettbewerben keinen Preis gewinne, wie vor Kurzem in Berlin, versuche ich immer, es nicht allzu wichtig zu nehmen, umgekehrt aber auch meinen Erfolg in Barcelona emotional nicht zu hoch zu hängen. Es ist klug, das alles immer etwas zu relativieren.

Aber natürlich freue ich mich unglaublich! Vor allem auf alles, was jetzt kommen wird.

Was lief anders in Barcelona?
Als Spanierin habe ich mich dort natürlich ein bisschen wie zu Hause gefühlt. Ich war die ganze Woche über sehr glücklich. Vielleicht auch, weil ich meine Erwartungen bewusst gesenkt hatte. Barcelona ist ein enorm großer Wettbewerb. Es hatten sich Sänger aus 55 Ländern beworben. Es gab Vorauswahlen u. a. in New York, in Peking, in Tokio, in Madrid und Berlin. Also habe ich gedacht: Wenn es in Berlin nicht geklappt hat, warum sollte es dann in Barcelona klappen? Von daher habe ich mir vorgenommen, nicht unbedingt gewinnen zu wollen und mir gesagt: Versuche es einfach zu ...

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Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Silvia Adler

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