Apropos... Quereinsteiger
Herr Workman, Sie wollten zunächst Schauspieler werden ...
So ist es. Meinen ersten Uni-Abschluss habe ich im Sprechtheater gemacht. Mit 21 bin ich sogar für ein Jahr nach New York gegangen, ohne irgendwo engagiert zu werden. Nebenher habe ich Trompete gespielt und Gesangsunterricht genommen. Damals habe ich nie an Oper gedacht, eher schon konnte ich mir eine Laufbahn als Liedersänger vorstellen. Aber ich habe schnell begriffen, dass man davon nicht leben kann. Als ich an der Juilliard School studierte, kamen erste Engagements.
Eigentlich bin ich in diesen Beruf reingerutscht.
Wann waren Sie sich sicher, dass das Singen Ihre Berufung ist?
Als ich anfing, sagte ich mir: Wenn du bis 30 noch nicht an der Met gesungen hast, hörst du auf und versuchst es wieder als Schauspieler (lacht). Dank einiger glücklicher Umstände hat es mit der Met geklappt. Also habe ich weitergemacht.
Heute kommt erst der Gesang, dann das Spiel?
Nein. Für mich greifen vokaler, sprachlicher und gestischer Ausdruck untrennbar ineinander. Das Entscheidende ist die Verkörperung von Figuren, Stimmungen und Situationen auf der Bühne. Die Stimme ist für mich Teil eines größeren Ganzen. Im Übrigen habe ich den ...
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Opernwelt Mai 2020
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Albrecht Thiemann
Es lockt erst einmal alles in die falsche Richtung. Barrie Kosky, der Operetten-Derwisch, inszeniert einen Berlin-Abend mit Schlagern der 1920er- und 1930er-Jahre, arrangiert rund um eine Klassik-Diva. Das kleine Orchester auf der Vorbühne schraubt sich schamlos in die Romaklänge von Nico Dostals «Heut’ Abend lad ich mir die Liebe ein!». Ein letzter Taumel aus dem...
Wenn in diesen Tagen die Premiere von Philip Glass’ «Les Enfants terribles» im Moskauer Kindermusiktheater Natalia Saz angekündigt wird, verwundert das niemanden mehr. Seit 2010, dem Beginn der Intendanz von Georgij Isaakjan, der zuvor fast 20 Jahre Künstlerischer Leiter der Oper in Perm war, hat sich das «Saz» in ein Haus verwandelt, das einen wohltuend...
Das innere Glück war nicht unbedingt Untermieter in Beethovens Psyche; auch sein Liedwerk bestätigt, dass in seiner Musik häufig Dämonen umgehen. So bergen schon seine frühen Lieder manch Ungemach. Die Texte – vor allem von Goethe – wählte er wohl daraufhin aus; oft ist die Rede von Liebesklage, kaum zu erfüllender Sehnsucht, vom Tod.
Abgesehen von solch...
