Apropos... Quereinsteiger
Herr Workman, Sie wollten zunächst Schauspieler werden ...
So ist es. Meinen ersten Uni-Abschluss habe ich im Sprechtheater gemacht. Mit 21 bin ich sogar für ein Jahr nach New York gegangen, ohne irgendwo engagiert zu werden. Nebenher habe ich Trompete gespielt und Gesangsunterricht genommen. Damals habe ich nie an Oper gedacht, eher schon konnte ich mir eine Laufbahn als Liedersänger vorstellen. Aber ich habe schnell begriffen, dass man davon nicht leben kann. Als ich an der Juilliard School studierte, kamen erste Engagements.
Eigentlich bin ich in diesen Beruf reingerutscht.
Wann waren Sie sich sicher, dass das Singen Ihre Berufung ist?
Als ich anfing, sagte ich mir: Wenn du bis 30 noch nicht an der Met gesungen hast, hörst du auf und versuchst es wieder als Schauspieler (lacht). Dank einiger glücklicher Umstände hat es mit der Met geklappt. Also habe ich weitergemacht.
Heute kommt erst der Gesang, dann das Spiel?
Nein. Für mich greifen vokaler, sprachlicher und gestischer Ausdruck untrennbar ineinander. Das Entscheidende ist die Verkörperung von Figuren, Stimmungen und Situationen auf der Bühne. Die Stimme ist für mich Teil eines größeren Ganzen. Im Übrigen habe ich den ...
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Opernwelt Mai 2020
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Albrecht Thiemann
«Mir graut vor meinem Schatten», schrieb Arno Holz. Grauen, Angst vor etwas, das nicht weicht, an uns klebt und gelegentlich überholt. Angst vor dem Unwägbaren, das uns sogar veranlasst, den Grundtrieb des zoon politikon, des Gemeinschaftswesens, zumindest zeitweise zu verleugnen. Und dazu bringt, uns zu vereinzeln – etwa Opernaufführungen allein vor dem Fernseh-...
Ein Spiel mit Göttern und Menschen» nennen die Autoren, die Textdichter Karl Michael von Levetzow und Leo Feld sowie der Komponist Hans Gál, im Untertitel ihre 1923 in Düsseldorf uraufgeführte komische Oper «Die heilige Ente». Das Stück war seinerzeit höchst erfolgreich und erlebte bis 1933 mehr als 20 Inszenierungen. Der 1890 geborene Österreicher Gál, zuletzt...
25. Februar ‒ She
Die ersten Atemmasken und schwarzen Plastikhandschuhe auf dem Frankfurter Flughafen hinterlassen ein ungutes Gefühl. War es das jetzt mit der Normalität, frage ich mich zu einem Zeitpunkt, als von Ladenschließungen, Ausgehsperren, Grenzschließungen und Massenquarantäne in Europa noch keine Rede ist. Ist das schon «She», die Seuche, das...
