Apropos... Musikpädagogik
Frau Tzavara, was unterscheidet eine Oper für Erwachsene von einem Musiktheater für Kinder?
Generell nicht viel, außer der Länge. Bei Sechs- bis 14-Jährigen liegt der Standard bei 60, 70 Minuten ohne Pause. Wenn wir von Jugendopern sprechen, vertragen die jungen Zuschauer auch schon anderthalb Stunden. Wir hoffen ja immer, dass die Konzentrationsfähigkeit zunimmt. (lacht) Wichtig bei den Inhalten ist, dass Kinder in der Lage sind, sie zu decodieren oder sich zu ihnen assoziativ zu verhalten. Kinder brauchen Anknüpfungspunkte zu eigenen Erfahrungen.
Das bedeutet nicht, dass man Inhalte verniedlichen sollte.
Was ist ganz schrecklich bei Opernbemühungen für Kinder, wobei bekommen Sie die Krise?
Bei betulichem, didaktischem, Wir-zeigen-den-Kindern-wie-die-Welt-funktioniert-Theater. Das unterfordert Kinder, wir wollen sie ja eher anspornen, selbst die Welt zu erfahren. Ein Beispiel: Meine erste Opernuraufführung war in Köln «Vom Fischer und seiner Frau», jazzig vertont von Ingfried Hoffmann, der auch die «Sesamstraßen»-Musik geschrieben hat. Jetzt gerade feierten wir die Premiere des Musiktheaters «Gold» von Leonard Evers an der Jungen Oper Stuttgart – nach dem gleichen Thema. Das Motiv, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2017
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Götz Thieme
Die Frau hat keinen Namen. Aber einen Traum. Langmann, ein bankrotter Impresario, soll ihn auf die Bühne bringen. Mit ihr selbst als Hauptfigur und den Leuten von Santa María, ohne Zuschauer. Das ist ihr einziges, ihr ganzes Glück. Ausgedacht hat sich diese Geschichte («Un sueño realizado») Juan Carlos Onetti (1909-1994), der andere Vater des «magischen Realismus»....
Inszenierte Liederabende, die die Grenze zwischen Konzert und Theater aufheben, sind en vogue. Jetzt hat der vor allem für seine Heiner-Müller-Inszenierungen bekannte Regisseur Thomas Bischoff im Mannheimer Nationaltheater eine Performance mit zwei populären Orchesterliederzyklen, Hector Berlioz’ «Les nuits d’été» und Richard Wagners «Wesendonck-Liedern»,...
Nanu, was ist denn das? Den Besucher grüßt beim Betreten des Parketts ein sommerlich-heiterer Bühnenprospekt mit fröhlichen, Luftballons schwenkenden Kids auf der grünen Wiese. Wie ein Foto vom letzten Kindergeburtstag. Davor hocken Kinderdarsteller am Boden; wie sich dann herausstellt, sind es die Atridengeschwister Elektra, Chrysothemis, Orest und Iphigenie in...
