Apropos... Musikpädagogik
Frau Tzavara, was unterscheidet eine Oper für Erwachsene von einem Musiktheater für Kinder?
Generell nicht viel, außer der Länge. Bei Sechs- bis 14-Jährigen liegt der Standard bei 60, 70 Minuten ohne Pause. Wenn wir von Jugendopern sprechen, vertragen die jungen Zuschauer auch schon anderthalb Stunden. Wir hoffen ja immer, dass die Konzentrationsfähigkeit zunimmt. (lacht) Wichtig bei den Inhalten ist, dass Kinder in der Lage sind, sie zu decodieren oder sich zu ihnen assoziativ zu verhalten. Kinder brauchen Anknüpfungspunkte zu eigenen Erfahrungen.
Das bedeutet nicht, dass man Inhalte verniedlichen sollte.
Was ist ganz schrecklich bei Opernbemühungen für Kinder, wobei bekommen Sie die Krise?
Bei betulichem, didaktischem, Wir-zeigen-den-Kindern-wie-die-Welt-funktioniert-Theater. Das unterfordert Kinder, wir wollen sie ja eher anspornen, selbst die Welt zu erfahren. Ein Beispiel: Meine erste Opernuraufführung war in Köln «Vom Fischer und seiner Frau», jazzig vertont von Ingfried Hoffmann, der auch die «Sesamstraßen»-Musik geschrieben hat. Jetzt gerade feierten wir die Premiere des Musiktheaters «Gold» von Leonard Evers an der Jungen Oper Stuttgart – nach dem gleichen Thema. Das Motiv, ...
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Opernwelt April 2017
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Götz Thieme
Die Nachtseiten des Daseins, Melancholie, Schmerz und Tod sind die Themen, um die die Musik des österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas kreist – nicht zuletzt die in Zusammenarbeit mit seinem Landsmann Händl Klaus zwischen 2011 und 2016 für die Schwetzinger Festspiele entstandene Opern-Trilogie «Bluthaus», «Thomas» und «Koma». Auch das im November 2015 an...
Wenn in Hannover Dalands Schiff und des Holländers Geisterschiff in See stechen, dann heißt es volle Fahrt voraus: Ivan Repušić lässt das Niedersächsische Staatsorchester mit Verve aufspielen. Es gibt zügige Tempi, viel orchestrale Dramatik bläht die imaginären Segel. Wohin die Reise geht, weiß man da noch nicht, denn die Ouvertüre muss nicht gegen eine Bilderflut...
Bescheidenheit blieb seine Zier. Kurt Moll war ein Star, der in Tokio genauso Beifallsstürme auslöste wie in München oder Wien. Seine Residenzen an der Metropolitan Opera dauerten bisweilen so lang, dass seine Kinder in New York auf die Schule gingen. Dennoch war ihm eitles Gehabe fremd. Er kannte Kollegen, mit denen er einmal gesungen hatte, selbst nach Jahren...
