Apropos... Lus auf Oper

Bekannt ist sie vor allem für unorthodoxe Expeditionen in die Randgebiete der Barockmusik. Werke des Kanons mischt Christina Pluhar gern mit improvisierten Einlagen und ungewöhnlichen Präsentationsformen auf. Nun zieht es die auf Laute und Barockharfe spezialisierte Gründerin des Ensembles L’Arpeggiata verstärkt zur Oper. Im Schwetzinger Rokokotheater dirigiert sie ein 300 Jahre altes Stück von Georg Caspar Schürmann: «Die getreue Alceste» (Premiere am 1. Dezember).

Frau Pluhar, vor vier Jahren haben Sie in Utrecht «Dido and Aeneas» von Henry Purcell dirigiert, eine ziemlich schräge halbszenische Aufführung. Dürfen die Besucher im Schlosstheater Schwetzingen Ähnliches erwarten?
Damals gab es lediglich eine konzertante Aufführung. Es freut mich natürlich, dass unsere zugegebenermaßen unkonventionelle Interpretation von «Dido and Aeneas» so begeistert aufgenommen wurde. «Die getreue Alceste» ist eine szenische Produktion des Theaters Heidelberg, mit mehreren Vorstellungen.

In Zukunft möchte ich mich der Oper noch intensiver widmen – einem Genre, in dem ich mich seit jeher sehr zu Hause fühle und zu dem es mich immer mehr zieht. Ich würde mich durchaus als «Opernmenschen» bezeichnen.

Wie kam es zur Wahl des Stücks?
Das Theater Heidelberg produziert im Rahmen der Reihe «Winter in Schwetzingen» jedes Jahr eine Barockoper. Thomas Böckstiegel, der neue Operndirektor, fragte mich, ob ich die «Alceste» von Georg Caspar Schürmann dirigieren möchte. Dem habe ich freudig zugestimmt, da es sich hier um ein wunderschönes Werk eines völlig zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Komponisten handelt.

Sie arbeiten in Schwetzingen nicht mit L’Arpeggiata, ihrem ...

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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Gerhard Persché