Apropos... Gegensätze

Die isländische Sopranistin Álfheiður Erla Guðmundsdóttir steht am Beginn ihrer Karriere und scheint bereits alles zu beherrschen: Lieder von Schumann und Grieg, Rollen in Opern wie Strauss’ «Ariadne auf Naxos», Scarlattis «La vergine addolorata» und Messiaens «Saint François d’Assise», genau wie Bachs Matthäus­passion und Mozarts «Grabmusik». Sie führt ein Allround-Bühnen­leben zwischen den Epochen und Stilen, geprägt durch Gegensätze und Kontraste – mit der Aussicht, ihr Feld beständig auszuweiten

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Ihr Terminkalender ist wieder ganz schön voll: Bernhard Langs «Der Hetzer» in Dortmund, Carl Orffs «Carmina Burana», Philip Glass’ «Einstein on the Beach» – da kommt einiges an musikalischen und inhaltlichen Gegensätzen auf Sie zu. Wie halten Sie das aus?
Diese Spielzeit ist geprägt von so vielen unterschiedlichen Stücken, dass wirklich jeder Tag anders ist.

Aber auch während einer Probe muss ich manchmal einen inneren Schalter umlegen: Momentan probe ich in Basel das Stück «Die Mühle von Saint Pain», wo ich eine Mozart-Arie singe und direkt danach ein Volkslied auf Isländisch. Gegensätzlicher könnte es meiner Meinung nach nicht sein, und das ist mitunter anspruchsvoll für die Stimme. Doch diese ganzen Unterschiedlichkeiten gefallen mir sehr und eröffnen neue Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks.

Welche war die gegensatzreichste Rolle, die Sie in den letzten Jahren verkörpert haben?
Letztes Jahr, der Engel in Messiaens «Saint François d’Assise»! Zunächst war ich die einzige Frau auf der Bühne zwischen acht Männern, und dann hat Benedikt von Peter diesen heiligen Stoff in seiner Inszenierung in etwas völlig Alltägliches umgewandelt: Alle waren obdachlos, und ich auch – ich ...

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Opernwelt November 2021
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Hannah Schmidt

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