Anregend, ausgewogen, aufregend
Aufnahmen im Mehrkanalton-Verfahren tendieren oft zu einer gewissen Weichzeichnung. Der Klang ist räumlicher, aber oft auch weniger scharf konturiert. Man mag das bedauern, doch dem «Parsifal», der im Dezember 2010 mit den Philharmonikern des Niederländischen Rundfunks unter Jaap van Zweden anlässlich einer konzertanten Aufführung in Amsterdam mitgeschnitten wurde, kommt das zugute. Die Aufnahme liegt nun auf vier SACDs vor. Die von Wagner für das Bayreuther Festspielhaus konzipierten Klangfarben kommen, nicht zuletzt dank der hochauflösenden Technik, bestens zur Geltung.
Das Orchester soll ja nicht in unendlich ausdifferenzierte Einzelstimmen zerfallen, sondern neue, unerhörte Abtönungen und Mischklänge hervorbringen. Davon zeugt dieses audiophile Dokument in hohem Maße, vor allem im Zusammenspiel von Orchester und Sängerstimmen. Van Zwedens Dirigat ist nicht spektakulär, gerade deshalb beeindruckt es. Kein falsches Pathos, keine übertriebene Weihe. So bleibt er knapp über vier Stunden Spielzeit. Ähnlich wie Valery Gergiev in der zuletzt erschienenen «Parsifal»-Produktion (siehe OW 12/2010) vertraut van Zweden auf einen eher weichen Orchesterklang. Dafür gelingen das Gleißen, die ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 48
von Christoph Vratz
Würde man diese Oper spielen, hätte sie nicht ein gewisser Franz Liszt komponiert? Unwahrscheinlich. Obwohl «Don Sanche» durchaus Meriten hat. Das Werk wurde bislang dreimal inszeniert, zuletzt 1986 in Bayreuth zum 100. Todestag des Komponisten. Nun war «Don Sanche» anlässlich seines 200. Geburtstags, nach einer ersten Aufführung im ungarischen Miskolc, in der...
Wagners vierteiliges Bühnenfestspiel «Der Ring des Nibelungen» ist längst kein Privileg der großen Häuser mehr. Warum das so ist, erklärt der Lübecker Opernchef Roman Brogli Sacher ganz unbefangen so: «Als Dirigent bin ich glücklich, einmal im Leben diesen Zyklus gemacht zu haben.» Seine Kollegen denken ebenso, sagen es vielleicht nicht so offen. Eine Aufführung...
Entwarnung. Eine neue Händel-Oper ist mit «Germanico» nicht entdeckt worden. Die
80-minütige «Serenata a sei» enthält weder politische noch erotische Intrigen, sie ist vielmehr eine typische Fürstenhuldigung in drei Szenen, die auf eine auch musikalisch aufregende Traumerzählung des Titelhelden hinauslaufen und das Lob des Habsburger-Kaisers Joseph I. (1678–1711)...
