Altmodisch
Im Teatro Comunale di Modena ist man stolz auf den Dachboden des Gebäudes. Dort finden sich noch handgemalte Originalplakate aus den ersten Spielzeiten, darunter auch die von 1841, dem Jahr der feierlichen Eröffnung – mit Alessandro Gandinis «Adelaide di Borgogna al castello di Canossa», Saverio Mercadantes «Il bravo» und Vincenzo Bellinis «Beatrice di Tenda». Der Musentempel ist der einzige in Italien, in dem diese Malkunst noch heute in den Räumen des Theaters ausgeführt wird.
Die Zeit scheint stillzustehen, auch am Abend selbst, bei der Neuinszenierung von Giuseppe Verdis «Don Carlo». Gespielt wird die traditionelle vieraktige Fassung, und das, obwohl die erste italienischsprachige Aufführung der fünfaktigen Pariser Fassung 1886 eben in Modena stattfand.
Alessandro Ciammarughis Bühnenbild sieht aus, als sei es einem Musikgeschichtsbuch entliehen: Als Dekoration dienen Leinwände, die Kostüme sind dem Jahrhundert nachempfunden, in dem «Don Carlo» angesiedelt ist. Die Regie von Joseph Franconi-Lee zielt vor allem darauf ab, die Geschichte zu illustrieren und geschmackvolle Tableaus zu kreieren. Die Aktionen der Darstellerinnen und Darsteller beschränken sich auf das Wesentliche ...
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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Stefano Nardelli
Anflug auf Japan. Erhaben ragt der schneebedeckte Krater des Fuji über dem Inselstaat auf, noch immer aktiv, aber seit gut 300 Jahren nicht mehr ausgebrochen. Auch die Bühne des Neuen Nationaltheaters Tokio wird am darauffolgenden Abend ein Vulkan dominieren. Nicht weiß, sondern schwarz, vor allem aber: auf den Kopf gestellt aus dem Schnürboden ragend, als sauge er...
Er zählt zu den eigenwillig schillernden, ihre künstlerische Individualität konsequent, nie lautstark verteidigenden Figuren der Neuen Musik nach dem Zweiten Weltkrieg. Umso bohrender in ihrer geisterhaften Komplexität ist York Höllers einzige Oper, die moderne Faust-Legende «Der Meister und Margarita» auf Michail Bulgakows gleichnamigen Roman. Nur wenige...
Auf unserm Hof daheim hört man die Gänse schrein, kräht auch der Hahn»: Vielleicht ist es schon im tschechischen Original nicht unbedingt die erhabenste Poesie, die der verdiente Max Brod hier auf Deutsch nachgebildet hat. Aber hört man die dazugehörige Musik in Jaromír Weinbergers «Schwanda, der Dudelsackpfeifer» den Abend über als Leitmotiv eines ländlichen...
