Altmodisch
Im Teatro Comunale di Modena ist man stolz auf den Dachboden des Gebäudes. Dort finden sich noch handgemalte Originalplakate aus den ersten Spielzeiten, darunter auch die von 1841, dem Jahr der feierlichen Eröffnung – mit Alessandro Gandinis «Adelaide di Borgogna al castello di Canossa», Saverio Mercadantes «Il bravo» und Vincenzo Bellinis «Beatrice di Tenda». Der Musentempel ist der einzige in Italien, in dem diese Malkunst noch heute in den Räumen des Theaters ausgeführt wird.
Die Zeit scheint stillzustehen, auch am Abend selbst, bei der Neuinszenierung von Giuseppe Verdis «Don Carlo». Gespielt wird die traditionelle vieraktige Fassung, und das, obwohl die erste italienischsprachige Aufführung der fünfaktigen Pariser Fassung 1886 eben in Modena stattfand.
Alessandro Ciammarughis Bühnenbild sieht aus, als sei es einem Musikgeschichtsbuch entliehen: Als Dekoration dienen Leinwände, die Kostüme sind dem Jahrhundert nachempfunden, in dem «Don Carlo» angesiedelt ist. Die Regie von Joseph Franconi-Lee zielt vor allem darauf ab, die Geschichte zu illustrieren und geschmackvolle Tableaus zu kreieren. Die Aktionen der Darstellerinnen und Darsteller beschränken sich auf das Wesentliche ...
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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Stefano Nardelli
Heinrich August Marschner, wiewohl ein Komponist der zweiten Reihe, nimmt in der Operngeschichte eine bemerkenswerte Sonderstellung ein. Von der Musikwissenschaft wird er gern als «missing link» zwischen Weber und Wagner tituliert, und unter seinen 15 vollendeten Bühnenwerken gilt «Der Vampyr», 1828 am Theater Leipzig uraufgeführt, als stilistisches Bindeglied...
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Manchmal wäre es besser, kein Radio zu haben. Das wird sich auch Doktor Pietro Bartolo denken, der wuselige Chef eines Genlabors, das munter mit Mäusen hantiert, verbreitet doch das altehrwürdige Gerät mitten in seine emsige Tätigkeit hinein detestable Nachrichten. Des Doktors hehre Hoffnung, für seine (illlegalen?) Forschungen den Nobelpreis zu erhalten,...
