... Alter
Frau Baumgartner, Sie verkörpern oft Rollen, die normalerweise als ältere Frauen dargestellt werden, die Gaea in Strauss’ «Daphne» zum Beispiel oder die Amme in der «Frau ohne Schatten». Ist das nicht ein seltsames Gefühl, plötzlich so zu altern?
Wenn ich in der Maske sitze, beängstigt mich manchmal dieser Prozess. Das ist, als ob ich im Spiegel mich selbst in zwanzig, dreißig Jahren sehe. Natürlich kann ich bei diesen Figuren nicht aus eigener Erfahrung schöpfen, sondern beobachte eher mein Umfeld und die Leute auf der Straße.
Aber davon abgesehen weiß ich nicht, ob das Alter bei diesen Figuren überhaupt so eine entscheidende Frage ist. Nehmen Sie die Amme – die ist ja keine alte Jungfer, sondern eine Frau, die sich in erotischen Dingen ziemlich gut auskennt. Im Mittelalter wäre so eine vermutlich als Hexe verbrannt worden. Auch stimmlich sollte man für diese Rolle im Vollbesitz seiner Kräfte sein.
Auch die Geschwitz, die Sie jetzt in Salzburg singen, wird ja gern als sentimentale alte Schachtel gezeigt.
Für mich ist sie alterslos – die Geschwitz kann zwischen zwanzig und sechzig jede Zahl von Lebensjahren haben. Dass sie oft reifer dargestellt wird, liegt wohl daran, dass sie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
’ll be back», der legendäre Ausspruch von Arnold Schwarzeneggers Terminator, war durchaus als Drohung gemeint, nicht nur im Rahmen der Story, sondern auch wegen der impliziten Ankündigung von Fortsetzungen. Die Gegner von Wiens streitbarem, stets polarisierendem und nun scheidendem Staatsoperndirektor Ioan Holender könnten Ähnliches befürchten – lautet der Titel...
Das Versprochene trat zwar nicht ein – dafür gab es eine Strauss-Erfüllung ganz anderer Art. Weniger apokryph: Das «Salome»-Parlando, dessen betonte Pflege Christoph von Dohnányi in Aussicht gestellt hatte, verflüchtigte sich in Zürich bald – dazu geriet der orchestrale Part zu massiv, gingen die Forte-Wogen zu häufig hoch. Doch unter diesem Vorzeichen gelang seine...
Ein «Traktat über die heilende Kraft homosexueller Liebe» nannte der Librettist E. M. Foster Benjamin Brittens Oper «Billy Budd». Doch spielte dies in der Rezeptionsgeschichte des Werks kaum eine Rolle. Zum Thema Männerliebe verhielten sich die Engländer, zumal die Vertreter der Mittel- und Oberschicht, lange ambivalent. Gern zitierte man in diesem Zusammenhang...
