Alter liebt Jugend
Noch bevor ich eine Aufführung sehen konnte, sprachen mich Leute auf diesen «Don Pasquale» an. Eine junge Sopranistin aus der Akademie des Festivals habe alle anderen an die Wand gesungen, großartige Entdeckung! Die Regisseurin habe mit ihren Einfällen die Bühne überladen. Außerdem war der intrikate Einwand zu vernehmen, die von der anderen Seite der Alpen stammende Regisseurin Amélie Niermeyer habe die italienische Essenz des Operntextes nicht verstanden.
Einwände der letzten Art hört man im gegenwärtigen Italien öfter.
In der Filmkritik etwa gibt es die Klage, Filme mit italienischen Sujets würden mit amerikanischen Schauspielern besetzt – die könnten nicht verkörpern, worum es eigentlich gehe. Aber sollte eine Regisseurin, die mit Da Ponte und Hofmannsthal groß geworden ist, ein Libretto von Giovanni Ruffini vom Anfang der 1840er-Jahre nicht auch entziffern können? Und ist eine «italienische Essenz» überhaupt so wichtig, ist Interpretation nicht interessanter? Hat der Künstlerische Leiter, Francesco Micheli, das Donizetti Opera Festival nicht als «europäisch» bezeichnet? In der Tat scheint Niermeyer nicht von Worten auszugehen. Sie schafft einen Raum: den schicken, auf ein ...
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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Klaus Georg Koch
Statt Oper erst mal ein Klavierlied, statt der nicht existenten Ouvertüre zur «Bürgerlichen Komödie» zuerst einmal auf leerer Bühne das Kunststück «Cäcilie» op. 27 Nr. 2. Das hatte der 30-jährige Komponist 1894 seiner Ehefrau, der Opernsängerin Pauline de Ahna, zur Hochzeit geschenkt. Axel Ranisch verknüpft den hier im Opernparlando wuselnden realen...
Star ohne Allüren
Was tun, wenn der Vater ein veritabler Heldentenor ist? Nadja Stefanoff wehrte sich lange gegen die Erkenntnis, dass sie im Grunde Sängerin werden «musste». Zum Glück entschied sich die Sopranistin irgendwann doch dafür – und brilliert seit vielen Jahren mit scharfgezeichneten Rollenporträts. Ihr Repertoire ist weitgefächert, es reicht von Armide...
Nein, dieses Bild ist nicht bezaubernd schön, es ist be(d)rückend trist. Kaum sind die Freunde gegangen, schon klopft das Schicksal in schwer schleppenden Vierteln an die unsichtbare Tür, und man spür die ganze, große Einsamkeit eines Paars, das vermutlich längst weiß, wie die Sache enden wird. Hand in Hand, eng umschlungen, liegen Maraike Schröter als Mimì und...
