Alles halb so wild

Mozart: Così fan tutte
Oslo | Nasjonal Operaen

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Liebe, so befand Stendhal, beginne mit Verwunderung. Welche der vier antiken Grundarten dieser schönsten aller Lebensformen der französische Romancier und Essayist damit im Sinn hatte – ob Philia oder Agape, Storge oder Eros –, das präzisierte er nicht; wir dürfen allerdings davon ausgehen, dass er platonisches und erotisches Ideal in eins setzte, darin Mozart durchaus seelenverwandt, dessen Liebesdiskurs in seinen sieben großen Musiktheaterwerken von «Idomeneo« bis zu «La clemenza di Tito» sämtliche Sphären aufsucht, sie zum Teil genialisch verknüpft.

Erkennbar auf den Gott der sinnlichen Liebe fokussiert sind die drei Da Ponte-Opern.

Dramaturgisch am kniffligsten ist die «Così». Wie soll man beglaubigen, was kaum glaubhaft erscheint? Wieso spielen die beiden Ferrareser Schönheiten das Wahlverwandtschaften-Spiel mit? Was bewegt sie zum goetheanisch gefügten chemischen Experiment? Und: Warum, um Himmels Willen, erkennen sie die Herren nicht? Oder tun sie nur so, als ob, frei nach dem Motto «Tutto nel mondo è burla»? In seiner ersten Arbeit für die Oper umschifft der dänische Schauspielregisseur Jonas Corell Petersen das Problem so raffiniert wie leichtfertig: Er ...

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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Jürgen Otten

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