Alles gelöst?
Die rechte Hand lässig angewinkelt, das linke Bein leicht vorgestellt, blickt er optimistisch vor sich hin, als wüsste seine Musik für alles eine Lösung: Christoph Willibald Ritter von Gluck, Förstersohn aus der Oberpfalz, der zuerst in Wien, dann in Paris zum Weltbürger wurde. In Wien hat man ihm ein Denkmal errichtet, unweit der Karlskirche. Ganz in der Nähe, in der Wiedner Hauptstraße 32, besaß er das Bürgerhaus «Zum silbernen Löwen», in dem er am 15. November 1787 starb.
225 Jahre ist dies nun her, weswegen die Wiener Staatsoper und das Theater an der Wien den November unter die Regentschaft des Ritters stellten. Letzteres mit Iphigenie en Aulide, das Haus am Opernring mit Alceste (freilich nicht in der Wiener Uraufführungsversion von 1767, sondern in der zehn Jahre jüngeren Pariser Fassung). Wobei Staatsoperndirektor Dominique Meyer eine Produktion des Festivals in Aix-en-Provence aus dem Jahr 2010 (siehe OW 8/2010) einkaufte, samt Regisseur (Christof Loy), Dirigent, Instrumentalensemble (Ivor Bolton und das Freiburger Barockorchester) und Protagonisten (Véronique Gens und Joseph Kaiser als Alceste und Admète). Loy formt die antike Tragödie vom angestrebten Opfertod der ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Gerhard Persché
Als Wagner die innere und äußere Dimension des Tristan-Projekts zu spüren begann, bekam er Angst: Den Text könne doch Geibel schreiben und Liszt ihn vertonen, ließ er verlauten, er jedenfalls stünde dafür nicht zur Verfügung. Das klang nach Notwehr. Je mehr die Sache in ihm wuchs, desto radikaler spielte er sie herunter – auch vor sich selbst. Ein «durchaus...
Befreit. Gundula Janowitz sitzt in einem Stuttgarter Hotel, lächelt, kraus ist das kurze, weiße Haar, das einst, in den Sechzigern, für Promofotos hochtoupiert war. «Befreit», das Strauss-Lied hat sie oft gesungen bei ihren Liederabenden. Nun ist das Vergangenheit: 1990 hat sie ihre Opernkarriere beendet, 15 Jahre noch Liederabende gegeben. Heute sind Jurys Gundula...
Verärgert klang es, wütend. Buh! Und es waren keineswegs nur ein paar versprengte Berufsprotestierer, die gegen die zweite Musiktheaterpremiere unter dem neuen Zürcher Opernintendanten Andreas Homoki aufmuckten. Ihre Wut war sehr vernehmlich. Es war freilich auch etwas für sie Neues zu sehen und zu hören gewesen, etwas Seltsames, Irritierendes – etwas, das in den...
