Alles aus Passion

Von Rossinis Aschenputtel mag sie nicht lassen, gerade ist Cecilia Bartoli mit einer eigenen Produktion auf Europatournee gewesen. Ein selbstbewusster Star im besten Sinn. Die Römerin mit Wohnsitz in Zürich weiß genau, wie viel sie ihrer Stimme zumuten kann – und sich selbst. Seit 2012 leitet die 50-Jährige die Salzburger Pfingstfestspiele und kümmert sich nicht nur aus PR-Gründen höchstselbst um Konzeption und Engagements

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Frau Bartoli, Ihre gerade in Versailles gezeigte «Cenerentola» war ursprünglich als semikonzertant angekündigt. Das war aber doch mehr.
Wie wunderbar, nicht wahr? Eine sehr außergewöhnliche Besetzung in einer sehr außergewöhnlichen Atmosphäre. Ich empfand das als einen Abend der Superlative. Wir alle wollten dasselbe, waren im absoluten Gleichklang – das ist doch das Geheimnis einer richtig guten Aufführung! Sie basiert auf dem Wissen um das Stück: Alle bringen ihre Passion ein, haben aber auch unglaublich viel Vergnügen daran.

Sie haben diese «Cenerentola» auch in der Elbphilharmonie Hamburg aufgeführt. Einige mäkeln an der Akustik herum – Sie auch?
Ich mag sie sehr. Als ich das erste Mal in den Saal kam, dachte ich mir: Wow! Dann bin ich während der Proben durch die Reihen und Blöcke gegangen und habe mir die Musik von verschiedenen Positionen aus angehört. Es brauchte eine gewisse Eingewöhnungszeit, aber dann … Für mich war die Bühnensituation außerdem mirakulös. Meine Stimme wurde gut reflektiert, ich bekam viel zurück aus dem Saal. Und wenn man in eine Richtung singt, hat man trotzdem das Gefühl, dass auch von hinten Aufmerksamkeit kommt. Es gibt übrigens ganz besondere ...

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Opernwelt April 2017
Rubrik: Interview, Seite 32
von Markus Thiel

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