Akzentuiert und ausgewogen
«Ich versuche, bereits bei den ersten Proben die Partitur so verständlich zu machen, dass die Musiker – und durch sie auch die Zuhörer – alle Details hören können, die zu dem Werk gehören. Deswegen arbeite ich mit dem Orchester immer sehr ausführlich an der Artikulation und der Balance zwischen den einzelnen Instrumentengruppen.» So antwortete Simone Young kürzlich in einem Interview auf die Frage, wie wichtig ihr die Transparenz des Orchesterklangs sei.
Als Young im September 2005 an der Hamburgischen Staatsoper ihren Einstand gab (siehe OW 11/2005), hatte sie sich für Hindemiths «Mathis der Maler» entschieden und damit nicht nur ihre Visitenkarte vorgelegt, sondern gleichzeitig eine programmatische Marschroute angedeutet. Der Künstler rückt in den Mittepunkt und fragt sich: «Ist, dass du schaffst und bildest genug?»
Dank der guten Drähte, die zwischen der Dirigentin und dem Label Oehms Classics bestehen, konnte dieses Opern-Debüt nun auf CD vorgelegt werden. Dass Young dabei allen größeren und kleineren Strichen der Partitur eine entschiedene Absage erteilt, macht das Ganze von vornherein sympathisch. Aber nicht nur die quellenkritische Herangehensweise, auch die musikalische ...
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Er kam, strahlte und siegte», schrieb die «Frankfurter Rundschau» im Juli 2006. Die Rede ist von dem neuen Osnabrücker Intendanten Holger Schultze, der seit seinem Amtsantritt im September 2005 ein wahres Theaterfieber entfacht hat. Osnabrück, am Rand des Teutoburger Waldes im südwestlichen Zipfel Niedersachsens gelegen, gehört zu den kulturellen Mauerblümchen...
Claude Debussys einzige Oper gehört mehr als hundert Jahre nach ihrer Entstehung noch immer zu den großen Herausforderungen des Musiktheaters. Jossi Wieler und Sergio Morabito haben in ihrer zuletzt in Stuttgart gezeigten Inszenierung (siehe OW 6/2007) das am «Kreuzungspunkt von alltäglicher Rede und depressivem Schweigen» (Julia Kristeva) angesiedelte Stück...
Wunderkind der Moderne oder letzter Romantiker? – so lautet die Frage, die das internationale Symposion zum fünfzigsten Todestag von Erich Wolfgang Korngold in Bern gestellt hat. Unter der Leitung von Arne Stollberg präsentierten vom 13. bis 16. September über zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Räumen der Berner Hochschule der Künste eine...
