Aktuelle Botschaft
Mit Ablauf der Saison geht in Bremerhaven die 16-jährige Ära des Intendanten Peter Grisebach zu Ende – im Musiktheater eine Zeit mit vielen Erfolgen der eher leisen, unspektakulären Art. In der Rückschau fällt einem die liebevolle Berücksichtigung selten gespielter Werke ein wie Offenbachs «Rheinnixen» oder Smetanas «Zwei Witwen» ebenso wie die Ausrichtung des Spielplans auf die klassische Moderne mit Blachers «Preußischem Märchen», Hindemiths «Neues vom Tage», Henzes «Boulevard Solitude» oder Reimanns «Melusine».
Man erlebte Belcanto-Opern wie Donizettis «Lucrezia Borgia» oder «Maria Stuarda» und solche des jungen Verdi wie den «Attila». Schließlich, nicht zu vergessen, Grisebachs sorgfältig werkbezogene Inszenierungen, etwa des «Rosenkavalier» oder der «Ariadne auf Naxos». Insgesamt eine Periode, in der nicht nach Sensationen geschielt wurde, sondern solides Handwerk – im Szenischen wie im Musikalischen – im Zentrum stand.
So auch bei der letzten Premiere, dem «Silbersee» von Georg Kaiser und Kurt Weill, einem sofort nach der Uraufführung 1933 vom Nazi-Regime verbotenen und auch nach seiner Wiederentdeckung vor zwei
Dezennien nur allzu selten gespielten Werk. Das Stück ist eine ...
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An dem Vorurteil, mit dem die neapolitanischen Seria-Opern Rossinis nach wie vor zu kämpfen haben, hat die 1819 uraufgeführte «Donna del lago» keinen geringen Anteil. Doch während andere Werke aus seiner neapolitanischen Periode («Ermione», «Semiramide») inzwischen ernster genommen werden als noch vor zwanzig Jahren, steht die «Dame vom See» nach wie vor im Ruf...
Rauch. Tabakrauch. Das Licht im Zuschauerraum des Rokokotheaters Schwetzingen ist noch angeschaltet, da legt sich der beißende Geruch über die ersten Stuhlreihen. Als der Vorhang sich hebt, fällt der Blick auf den Rücken eines Mannes, der mit seiner Hornbrille spielt und Zigarre raucht. Die grauen Schwaden lassen seine Kindheit auferstehen – ein Junge, der auf dem...
Für jene, die jede Arie dreimal umdrehen, die alles abklopfen auf Logik und Meta-Ebenen, die mit schwerem Dramaturgenwerkzeug am sperrigen Stück schrauben, basteln und löten müssen, für die ist diese Aufführung nichts. So eine «Zauberflöte» hat das Münchner Gärtnerplatztheater außerdem gerade hinter sich. Dass das Gegenteil keine seichte Niedlichkeitsoffensive sein...
