Schwebende Erinnerung

Schwetzingen, Festspiele: Jarrell, Le Père,

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Rauch. Tabakrauch. Das Licht im Zuschauerraum des Rokokotheaters Schwetzingen ist noch angeschaltet, da legt sich der beißende Geruch über die ersten Stuhlreihen. Als der Vorhang sich hebt, fällt der Blick auf den Rücken eines Mannes, der mit seiner Hornbrille spielt und Zigarre raucht. Die grauen Schwaden lassen seine Kindheit auferstehen – ein Junge, der auf dem Boden sitzt, ist Symbol dieser Erinnerung. Bongos und Tom Toms tönen lautstark auf dem Off. Die Impulse zerreißen die Stille – und werden mit Hall wieder besänftigt.

 

Michael Jarrells neue Oper «Le Père» schlägt einen eigensinnigen Ton an: archaisch, fremd, unbestimmt. Der rauchende Mann soll Heiner Müller sein, dessen 1958 geschriebener, autobiografisch geprägter Text «Der Vater» Jarrells Textgrundlage ist. Ganz bewusst greift der Schweizer Komponist auf die französische Übersetzung von Jean Jourdheuil zurück. Er möchte dadurch einen «Filter, eine Interpretation des Textes» vorschalten. Er möchte Distanz schaffen, die ihm auch für die Vertonung wichtig ist. Nur zu Beginn lässt die Musik auf die Geschichte schließen, die sie erzählt. Die brutalen, an der Schmerzgrenze liegenden Schläge des Ensembles «Les Percussions de ...

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Opernwelt Juli 2010
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Georg Rudiger

Vergriffen
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