Ein Traum
An dem Vorurteil, mit dem die neapolitanischen Seria-Opern Rossinis nach wie vor zu kämpfen haben, hat die 1819 uraufgeführte «Donna del lago» keinen geringen Anteil. Doch während andere Werke aus seiner neapolitanischen Periode («Ermione», «Semiramide») inzwischen ernster genommen werden als noch vor zwanzig Jahren, steht die «Dame vom See» nach wie vor im Ruf eines hoffnungslosen Falls. Wohl auch, weil bislang eine Produktion fehlte, die bewiesen hätte, dass Rossinis Walter-Scott-Adaption mehr ist als eine Koloraturenolympiade in den Highlands.
Wenn das Stück auf den Spielplänen auftaucht, dann meist nur als konzertanter Showcase für durchreisende Starartisten des Rossini-Zirkus.
Ob sich daran nach der neuen Genfer Produktion etwas ändern wird? Zumindest kann jetzt niemand mehr behaupten, das Libretto sei heillos verworren: Auf der Bühne des Grand Théâtre de Genève erzählt Christof Loy das Schottenstück geradlinig als Lovestory zwischen Mauerblümchen und Traumprinzen, deren Gefühle schließlich über alle operntypischen Widerstände wie Väter und Nebenbuhler triumphieren. Fast wirkt die «Donna» wie eine historisch lokalisierte Variante der drei Jahre zuvor geschriebenen ...
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Erich Wolfgang Korngolds bekannteste Oper scheint untrennbar verbunden mit der morbiden Atmosphäre der Stadt Brügge, Schauplatz des Romans «Bruges-la-morte» von Georges Rodenbach, der dem Libretto zugrunde liegt. Da geht Regisseur Philipp Himmelmann schon ein gewisses Risiko ein, wenn er in seiner Produktion an der Opéra de Lorraine auf jegliches Lokalkolorit...
Jörg KönigsdorfHerr Nelsons, natürlich wollen jetzt alle mit Ihnen über Wagner reden. Aber wir fangen lieber mit Puccini an – dem Komponisten, dessen Opern Sie in dieser Spielzeit fast ausschließlich dirigiert haben. «Turandot» an der Met, «Bohème» an Covent Garden, «Tosca» und «Butterfly» an der Wiener Staatsoper. Sind solche Konzentrationen typisch für Sie?
Andri...
Verdis «Otello» einem Schauspielregisseur anzuvertrauen, der seinen Shakespeare kennt, ist eine naheliegende Idee. Und da die Musik vom ersten bis zum letzten Takt szenisch und auch räumlich konzipiert ist, muss sich auch ein relativer Opernneuling keine handwerkliche Blöße geben, wenn er nur zu lesen und zu hören versteht. Andreas Kriegenburg, derzeit...
