Agenda 2025

Die Bevölkerung schrumpft, das Steueraufkommen sinkt, und bald läuft auch noch der Solidarpakt aus.Was bedeutet das für THÜRINGENS THEATER? Wer heute nicht gegensteuert, den bestraft morgen das Leben, glaubt Kulturminister BENJAMIN-IMMANUEL HOFF (Die Linke). Ein Gespräch über Projekte, Strategien und Perspektiven für eine gefährdete Kulturlandschaft

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Lediglich Berlin und Sachsen geben jährlich, gemessen am Gesamthaushalt, mehr Geld für Kultur aus als Thüringen. Und trotzdem reichen die knapp 300 Millionen Euro, die Land und Kommunen in diesem Bereich investierten (neuere Zahlen liegen nicht vor), vorne und hinten nicht. Weil das kulturelle Erbe dieser historisch von Kleinstaaterei und Residenzkultur geprägten Region gemessen an der Einwohnerzahl von 2,2 Millionen Menschen einfach überreich ist: 173 Schlösser und Burgen gibt es in Thüringen – sowie neun Mehrspartentheater und drei reine Konzertorchester.

Obwohl seit der Wende diverse Spar- und Fusionswellen die Kulturlandschaft überrollt haben, teilweise mit verheerenden Folgen, gibt es hier immer noch erstaunliche Angebote, selbst in winzigen Städtchen – die dabei stets auf Jahrhunderte alte Traditionen verweisen können. Das einzige Fünf-Sparten-Haus Thüringens befindet sich in Altenburg-Gera, Erfurt bietet in ­seinem 2012 eröffneten Haus nur Oper, Musiktheater und Schauspiel gibt es in Meiningen sowie in ­Weimar. Eisenach hat neben der Hofkapelle nur noch eine Ballett-Truppe, Sprechtheater wird in Rudolstadt-Saalfeld produziert, Tanz und Musiktheater in ...

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Opernwelt August 2016
Rubrik: Interview, Seite 32
von Frederik Hanssen

Weitere Beiträge
Editorial

Das war überfällig. Hartmut Haenchen, einer der bedeutendsten Wagner-Dirigenten ­unserer Zeit, dirigiert in Bayreuth. Dass der 73-Jährige erst jetzt und «nur» als Einspringer für Andris Nelsons zum Zuge kommt, der Ende Juni, vier Wochen vor der Festspieleröffnung, die Brocken hinwarf, spricht Bände über die Zustände hinter den Mauern des Festspielhauses.

Für den...

Was kommt...

Encore
Der katalanische Tenor hatte sich eigentlich schon 2009 verabschiedet. Doch mit fast 70 kehrte José Carreras kürzlich noch einmal auf die Bühne zurück (für Kolonovits’ «El Juez»). Bilanz eines großen Sängerlebens  

Auf Nebenpfaden
Anna Prohaska ist von der Deutschen Grammophon zum kleinen Label Alpha Classics gegangen (siehe Seite 22). Ein Gespräch über den...

Unausstehlich

Felix Mottl und Gräfin Thun-Salm lernten sich 1901 in Bayreuth kennen. Er war damals ein viel beschäftigter Dirigent der Festspiele und enger Mitarbeiter von Cosima Wagner. Sie stammte aus Böhmen und lebte abwechselnd auf ihren dortigen Besitztümern und in Wien. Es war keine erotische Beziehung, vielmehr eine Art inhaltlich offener Freundschaft, die jedem von...