Abendstern, durchleuchtet
Ohne den dunklen Gevatter funktionierte diese Forschung früher nicht. Sehr genaue, anatomisch weitgehend korrekte Zeichnungen konnte Leonardo da Vinci im 15. Jahrhundert anfertigen, von der Zunge, vom Rachen, vom Kehlkopf. Doch vor der Niederschrift seiner Forschung samt Illustrationen stand die Arbeit mit dem Messer.
Das Universalgenie schnitt die Hälse Verstorbener auf, zerlegte sie, um hinter ein Geheimnis zu kommen, das die Wissenschaft schon weit vor der Renaissance beschäftigte: Wie ist es eigentlich bestellt um die menschliche Stimme? Was ist das Geheimnis dieses vollkommensten aller Instrumente? Wo liegen die Ursachen von Lautproduktion und jenem Kommunikationsmittel, das den Homo sapiens über das Tierreich erhebt?
Schon um 500 vor Christus forschte und fabulierte der griechische Philosoph Empedokles über die Stimme. Zwei Jahrhunderte nach Beginn unserer Zeitrechnung zerlegte der römische Arzt Claudius Galen die Halsmuskeln von Schweinen. 1854 nahm der Stimmpädagoge Manuel García einen Zahnarztspiegel, führte ihn in seinen eigenen Hals und beobachtete mit einem zweiten, wie sich seine Stimmbänder bewegten. Je mehr die Medizin fortschritt und sich verfeinerte, desto ...
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«Es schadet nichts, auf einem Entenhof geboren zu sein, wenn man nur in einem Schwanenei gelegen hat!» Kaum ein geflügeltes Wort Andersens ist in Dänemark so häufig parodiert worden wie diese Stelle aus dem «Hässlichen jungen Entlein». Auch Rued Langgaard lädt dazu ein. Das Künstlerkind wuchs auf in Kopenhagens feinem Viertel Gammelholm – alles außerhalb dieser...
Sie ist nicht die einzige Künstlerin, die sich mit flammender Wehmut an die Zusammenarbeit mit Patrice Chéreau erinnert. Während der Proben zum legendären «Ring» auf dem Bayreuther Festspielhügel hat Hanna Schwarz den französischen Regisseur kennen- und sofort schätzen gelernt. Später, in der Pariser «Uraufführung» der komplettierten «Lulu» Alban Bergs, war sie...
Als er vor sieben Jahren zum ersten Mal «Sänger des Jahres» wurde, gehörte er noch zum Ensemble der Frankfurter Oper. Es war die Zeit seiner Debüts an der Mailänder Scala und der Berliner Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen und in Glyndebourne. Dort gastierte Johannes Martin Kränzle seinerzeit mit jener Partie, die ihn 2014 an die Met, 2017 nach Covent...
