Abendstern, durchleuchtet
Ohne den dunklen Gevatter funktionierte diese Forschung früher nicht. Sehr genaue, anatomisch weitgehend korrekte Zeichnungen konnte Leonardo da Vinci im 15. Jahrhundert anfertigen, von der Zunge, vom Rachen, vom Kehlkopf. Doch vor der Niederschrift seiner Forschung samt Illustrationen stand die Arbeit mit dem Messer.
Das Universalgenie schnitt die Hälse Verstorbener auf, zerlegte sie, um hinter ein Geheimnis zu kommen, das die Wissenschaft schon weit vor der Renaissance beschäftigte: Wie ist es eigentlich bestellt um die menschliche Stimme? Was ist das Geheimnis dieses vollkommensten aller Instrumente? Wo liegen die Ursachen von Lautproduktion und jenem Kommunikationsmittel, das den Homo sapiens über das Tierreich erhebt?
Schon um 500 vor Christus forschte und fabulierte der griechische Philosoph Empedokles über die Stimme. Zwei Jahrhunderte nach Beginn unserer Zeitrechnung zerlegte der römische Arzt Claudius Galen die Halsmuskeln von Schweinen. 1854 nahm der Stimmpädagoge Manuel García einen Zahnarztspiegel, führte ihn in seinen eigenen Hals und beobachtete mit einem zweiten, wie sich seine Stimmbänder bewegten. Je mehr die Medizin fortschritt und sich verfeinerte, desto ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Geschlossene Gesellschaft, ein Zirkel nur für Eingeweihte. Nichts jedenfalls für Dilettanten und den Plebs. Auch weil diese Versuchsanordnung im Gonzaga-Palast weniger Kulinarik als intellektuelle Befriedigung versprach. Ein neues Genre galt es schließlich in Mantua zu beobachten und zu feiern, das sich am 24. Februar 1607 im «L’Orfeo» materialisierte und...
Trompeten erschallen mit mutigem Ton und gehen, während daß verwandelt wird, in ein wildes Kriegsgetümmel über, das Orchester fällt ein bei offener Szene und wird von kriegerischen Instrumenten hinter der Szene begleitet.» Keine Frage: Friedrich Schiller wusste ziemlich genau, was er hören wollte zwischen der fünften und sechsten Szene des zweiten Akts seiner...
Ein bisschen erinnert das Ganze an die Geschichte von Phönix, der aus der Asche stieg: Immer wieder hat sich die Oper Frankfurt nach Krisen zu blühender Höhe aufgeschwungen, unterstützt von einem wohlsituierten, neugierigen Stadtbürgertum, das ästhetische Bildung nach wie vor für ein wesentliches Gut hält und dem Ungewohnten, Unerhörten gegenüber aufgeschlossen...
