Späte Heimkehr

Antonio Pappano hat immer zwischen den Welten gelebt: italienische Eltern, in London geboren, in den USA aufgewachsen. Karrierestationen in Deutschland, Norwegen und Belgien. Derzeit Music Director des Royal Opera House in London und Direttore des Orches­ters der Accademia di Santa Cecilia in Rom. Ein Gespräch über multiple Identitäten, Unterschiede zwischen Konzert- und Opernorchestern und über Beethoven in der Hauptstadt des Katholizismus.

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Herr Pappano, Sie proben gerade in Rom. Da spreche ich Sie am besten mit Ihrem neuen Titel an: Signor Commendatore dell’Ordine al merito della Repubblica Italiana...
(schallendes Gelächter)

Wie, das finden Sie komisch? Klingt doch gut...
Na ja, wenn ich ehrlich bin: Irgendwie gefällt mir das auch.

Der Titel ist noch ziemlich frisch, Sie haben ihn im Dezember 2008 erhalten. Drei Jahre, nachdem Sie als Chef des Orchesters der Accademia Nazionale di Santa Cecilia antraten. Fühlen Sie sich nun als echter Italiener?
Ich bin ja ein Emigrantenkind. Meine Eltern stammen aus Italien.

Ich bin in Großbritannien und in Amerika aufgewachsen. Trotzdem habe ich immer meine Wurzeln gespürt. Das ist eine emotionale Geschichte. Und das kommt mir bei der Arbeit mit den Musikern und mit den Choristen der Accademia di Santa Cecilia sehr zugute. Man muss sich, wenn man gemeinsam Musik macht, blind verstehen.

Sie haben nie länger in Italien gelebt...
Als ich fünf Jahre alt war, habe ich ein Jahr hier verbracht. Danach bin ich nie so oft und so lange in Italien gewesen wie seit 2005, als ich die künstlerische Leitung des Orchesters hier übernommen habe.

Bedeutet das Engagement in Rom auch so etwas wie eine ...

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Opernwelt Dezember 2009
Rubrik: Pappano in Rom, Seite 22
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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