Apropos ... Händel
Herr Cencic, als Countertenor haben Sie dieses Jahr noch mehr Händel singen müssen als sonst. Ermüdungserscheinungen?
Das nicht, aber schon ein gewisses Bedauern, dass doch nur immer wieder die gleichen Händel-Opern gespielt werden. Warum muss es immer «Giulio Cesare» sein – und nicht mal «Floridante»? Inzwischen sind doch fast alle Händel-Opern in guten CD-Aufnahmen erhältlich – da ist es nicht schwer, sich ein weniger bekanntes Werk auszusuchen.
Beim «Giulio Cesare» haben Sie die Auswahl zwischen drei Counter-Rollen.
Warum singen Sie eigentlich nicht die Titelpartie?
Weil sie mir zu undankbar ist. Cesare ist eine typische Senesino-Rolle, ähnlich wie der Andronico im «Tamerlano»: Man steht viel herum und singt, aber am Ende interessiert es keinen. Deshalb singe ich lieber den Sesto oder wie jetzt in Dresden den Tolomeo: Die Rolle ist zwar kurz, aber man kann alle Register des Fieslings effektvoll ausspielen. Die Uraufführungsinterpretin Margarita Durastanti muss eine ausgezeichnete Darstellerin gewesen sein. Das merke ich immer wieder, wenn ich Rollen singe, die Händel für sie geschrieben hat.
So wie Ihr Kollege Philippe Jaroussky sein Alter Ego im Kastraten Carestini gefunden hat, ...
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