Heimgeholt
Endlich. Endlich hat sich jemand getraut, den Guru vom Sirius zurück auf die Erde zu holen. Ein halbes Menschenalter ist verstrichen, seit zum ersten Mal ein «Licht» aus Karlheinz Stockhausens monumentalem Erleuchtungswerk aufging, das den sieben Tagen der Schöpfung gewidmet ist. In Mailand war das, 1981 an der Scala. Der junge Peter Eötvös stand damals im Graben, auf der Bühne suchte Luca Ronconi aus dem «Donnerstag»-Textbuch schlau zu werden, am Mischpult saß der Schöpfer selbst.
Aber der wollte nicht nur den Raumklang, sondern auch Gestik und Bewegungen der Darsteller, am liebsten die ganze Uraufführungsmission kontrollieren – seine Vorstellungen hatte er bis zum winzigsten Detail in der Partitur und zahllosen Kommentaren festgelegt. So hielt es Stockhausen auch mit den anderen Teilen seiner kosmischen Heptalogie; 2003 hat er sie mit dem mystisch-goldenen «Sonntag» abgeschlossen, nach 27 Jahren Komponierarbeit. Seit der Meister 2007 von uns ging, wachen seine Musen Suzanne Stephens (70) und Kathinka Pasveer (57) über das Erbe, und das hieß vor allem: die «reine» Lehre. Die Deutungshoheit Stockhausens schien in Stein gemeißelt, eine unabhängige (szenische) Befragung des Werks ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Albrecht Thiemann
Die Gefühle stauen sich nachttief in diesem Kabinett manischer Depressionen. Mag die Musik noch so hellsichtig von geheimem Begehren erzählen, mag sie das entfremdende Spiel um Liebe, Geld und gesellschaftliche Anerkennung noch so klar aufdecken, für den tragischen Helden, der sich hier am Klavier, im Fauteuil oder auf dem Ball das wahre Leben herbeisehnt, kommt...
Die Sopranistin Anne Schwanewilms ist vor allem durch ihre Verkörperung der großen Strauss-Partien bekannt geworden. Seit einiger Zeit widmet sie sich aber auch intensiv dem Lied. 2013 legte sie ihr erstes Lied-Recital beim Label Capriccio vor, wo jetzt eine weitere CD erschienen ist.
Im Zentrum des klug komponierten Programms stehen elf Schubert-Lieder, darunter...
Einst träumte Perm davon, ein Zentrum der zeitgenössischen Kunst zu werden. Hoffte gar, irgendwann den Titel «Europäische Kulturhauptstadt» zu erringen. Doch das Projekt scheiterte. Heute wirkt selbst der ehemalige Flussbahnhof, in dem das Museum für Zeitgenössische Kunst untergebracht ist, heruntergekommen.
Aber es gibt immer noch das Diaghilev-Festival. 2012...
